Jung und Alt wurden schon im Vorfeld neugierig und kamen am 17. April scharenweise: Die Kulturhalle in Süßen war bis zum letzten Platz besetzt.
Die folgende Aufführung bekam ihre Würze durch das Zusammenspiel von Schauspielern auf der Bühne und einem spontan begeisterten Publikum, das sich ständig kreativ in die verschiedenen Nummern einmischen durfte. Die Begeisterung nahm ständig zu bis zum Schlussbeifall. Worum ging es? Das Zauberwort lautete: „Improvisationstheater“. Alles war – ohne Ausnahme – spontan improvisiert, auch die Schauspieler mussten heikle Aufgaben lösen: Sie mussten die Vorgaben aus dem Publikum aufnehmen und spontan in spannende und immer wieder urkomische Nummern einbauen. Das bedeutete: „Improvisation pur!“
Um dem Ganzen noch Dynamik zu verleihen, gab es zwei Mannschaften, die „Blauen“ („Fortuna Faust“) und die Roten („Coole Rampe“). Die kämpften gegeneinander um den Gesamtsieg. Die Schauspieler regten das Publikum an, ihnen Vorgaben für ihre Spontandarstellungen zuzurufen. Sie wählten das Passende aus und meisterten mit großer Lust eine Reihe von ganz verschiedenen „Aufgaben“ - sehr zum Entzücken der Gäste im Saal. Da war spontane Konzentration und Reaktion gefragt. Die Palette der Darstellung reichte von Pantomime bis zum Gesang zu den Vorgaben des anwesenden Musikers.
Hier einige besonders wirksame Spielchen: Unter dem seltsamen Titel „Spargelsalat“ baute die Gruppe eine Geschichte, die zu den Vorgaben passte. Und um es noch ein wenig schwerer zu machen, mussten sie weitere Vorgaben einhalten: Es durfte z.B. kein “sp“ vorkommen. Während der Vorführung änderten sich die Vorgaben manchmal und machten das Ganze noch komischer und zugleich noch schwieriger. Da musste zum Vergnügen der Zuschauerinnen und Zuschauer natürlich auch einiges schiefgehen! In einer anderen Runde musste ein „Hamsterrad“ besungen werden und die „Liebe im Lavendelfeld“. Spontan daraus eine stimmige Story zu kreieren und dabei noch Ansatzpunkte für Komik aufzuspüren, das war bemerkenswerte Kunst, die beim Publikum hervorragend ankam.
Nach jeder Nummer stimmte das Publikum ab, wer den Teilsieg auf seinem Punktekonto verbuchen konnte. Es ging ja darum, wer am Schluss die meisten Punkte eingeheimst hatte. Besonders raffiniert (und „gemein“!) war es, wenn während der Präsentation weitere Vorgaben dazukamen. Da musste der Vortragende z.B. die Gesten eines hinter ihm stehenden Mitspielers in seine Geschichte einbauen. Das Publikum fand immer mehr Gefallen daran, ganz schräge Vorgaben zu erfinden. Die erfahrenen Bühnenkünstler kamen damit aber stets souverän zurecht. Der Kampf um den Gesamtsieg endete dann in einem heftigen und ausgelassenen Freudenjubel.
Fazit: Die Tübinger Impro-Schauspieler konnten ihr Versprechen einlösen: Denn auch diese Vorstellung war „ein großes Abenteuer, gefüllt mit Leidenschaft, Spontaneität und purer theatralischer Magie“!
Ulrich Kernen, NWZ


