In der niederländischen Sprache steht das Wort „vriendschap“ für Freundschaft. Zwischen Baiertal und Etten-Leur ist es aber viel mehr als das. Die bald 70 Jahre andauernde Partnerschaft zwischen der SpVgg und dem niederländischen Verein Internos ist gelebte europäische Verständigung und geht weit über eine „vriendschap“ hinaus.
Es war der junge Jan Klep, der als Zwangsarbeiter in Baiertal über den Fußball die ersten Kontakte knüpfte. Ihm zu Ehren trägt die Straße zum Sportgelände auch seinen Namen. Über viele Jahrzehnte hinweg haben sich beständige Freundschaften entwickelt, und man trifft sich jährlich zu gegenseitigen Besuchen. So auch in diesem Jahr: Der Besuch der Delegation aus Etten-Leur machte das Maifest zu einem ganz besonderen. Gemeinsam setzte man ein Zeichen der tief verwurzelten Freundschaft zu Ehren von Jos Martens.
Neben Eduard Hadek aus Baiertal war Jos Martens aus Etten-Leur Bindeglied und Förderer des immer intensiver werdenden Vereinsaustausches. So wurde die Partnerschaft in den Niederlanden mit einem Eduard-Hadek-Platz (nl. plein) gewürdigt und dort im Jahr 1985 bereits ein Freundschaftsbaum gepflanzt. Der Mentor und langjähriges Bindeglied Jos Martens ist im vergangenen Jahr verstorben.
Ihm zu Ehren hatte die SpVgg zu einem Besuch eingeladen, um ein ehrendes Andenken an ihn, sein Leben und sein Engagement sichtbar zu machen. Die Entscheidung fiel auf einen Amberbaum. Dieser galt und gilt in vielen Kulturen als spiritueller und erdender Schutzbaum. Treffender hätte die Auswahl kaum sein können. Für das Organisationsteam und im Namen der gesamten Spielvereinigung sprach der langjährige Vereinsvorstand Jürgen Blaser und begrüßte die Delegation aus Etten-Leur. In einer bewegenden Ansprache würdigte er die Verdienste von Jos Martens und die stets weiter gewachsene Freundschaft zwischen den beiden Vereinen.
„Jos war ein Menschenfreund, Sportler und überzeugter Europäer. Die Freundschaft zwischen unseren Vereinen war ihm ein Herzensanliegen“, hob Blaser hervor. Die berührenden Worte standen den Angehörigen von Jos Martens und den Vereinsverantwortlichen aus den Niederlanden und auch denen aus Baiertal ins Gesicht geschrieben. Gemeinsam haben sie den Baum auf dem eigens dafür errichteten Plateau gegenüber der Mittellinie gewässert, um das Fundament, welches unter anderem durch Jos Martens gelegt wurde, für die nächsten Generationen als Zeichen und Auftrag weiterzugeben. „Möge der Baum wachsen und gedeihen“; schloss Blaser seine emotionale Rede.
Kleiner Fakt am Rande: Beide Vereine tragen das Gründungsjahr 1928 im Namen, sodass bald schon die Planungen der 100-Jahr-Feiern anlaufen können. Aber zunächst steht ein Besuch der Baiertaler bei Internos Ende Juni auf der Agenda. (bn/pl/red)


