Mähroboter werden bei Gärtner/innen immer beliebter, nehmen sie doch eine oft ungeliebte Aufgabe ab. Was viele aber nicht wissen: Für Igel und Co. sind die Geräte eine tödliche Gefahr, besonders, wenn sie in der Nacht zum Einsatz kommen. Der Verzicht auf Mähroboter ist ein wichtiger Beitrag zum Schutz der Artenvielfalt und zu einem nachhaltigeren Umgang mit Wasser. Zwar erleichtern die Geräte die Gartenpflege und sparen Zeit, doch ihr Einsatz hat erhebliche ökologische Folgen. Der perfekt kurz gehaltene „englische Rasen“, den Mähroboter erzeugen, steht sinnbildlich für eine Monokultur: Er bietet kaum Lebensraum, kaum Nahrung und nur wenig Schutz für Tiere und Pflanzen. Wildkräuter und Blüten, die für ein lebendiges Ökosystem unverzichtbar sind, verschwinden durch das ständige Mähen nahezu vollständig. Für viele Tiere bedeutet das einen dramatischen Verlust ihrer Lebensgrundlage. Singvögel, Insekten, Amphibien, Reptilien und kleine Säugetiere finden auf kurz geschorenen Flächen weder Nahrung noch Rückzugsorte. Besonders betroffen sind Igel, die immer längere und gefährlichere Wege zurücklegen müssen, um ausreichend Nahrung zu finden. Gerade vor dem Winter kann dies lebensbedrohlich werden, weil wichtige Fettreserven fehlen. Hinzu kommt die direkte Gefahr durch die Geräte selbst. Mähroboter verletzen oder töten zahlreiche Kleintiere, darunter Igel, Kröten, Eidechsen, Schmetterlingsraupen, Grashüpfer und Spinnen. Vor allem nachtaktive Tiere geraten häufig in die rotierenden Klingen, wenn die Geräte in der Dämmerung oder nachts betrieben werden. Igel etwa flüchten bei Gefahr nicht, sondern rollen sich schützend zusammen – ein Verhalten, das sie gegenüber Mährobotern schutzlos macht und oft tödlich endet. Auch aus ökologischer Sicht ist der häufige Schnitt problematisch. Kurz gemähter Rasen trocknet schneller aus und benötigt deutlich mehr Wasser. In Zeiten zunehmender Hitzeperioden und trockener Sommer ist das ein ernstes Problem. Längeres Gras hingegen beschattet den Boden, speichert Feuchtigkeit und bleibt widerstandsfähiger gegen Trockenheit. Angesichts der Klimakrise sollte Trinkwasser nicht für unnötig intensive Rasenpflege verschwendet werden.
Dabei muss ein naturnaher Garten weder ungepflegt noch aufwendig sein. Schon kleine Veränderungen können große Wirkung zeigen: heimische Wildblumen, blühende Stauden oder eine ruhige Ecke für Igel, schaffen wertvolle Lebensräume und bringen gleichzeitig mehr Farbe und Leben in den Garten. Wildkräuter dürfen wachsen und bieten Nahrung für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge – Tiere, deren Verschwinden längst spürbar geworden ist. Wer beim Mähen nur Teilflächen bearbeitet und andere Bereiche stehen lässt, gibt Tieren die Möglichkeit, Schutzräume zu finden und sich zurückzuziehen. Wird eine Fläche nur ein- oder zweimal im Jahr gemäht, kann daraus sogar eine artenreiche Wildblumenwiese entstehen. Heimische Pflanzen sind oft robuster gegenüber Trockenheit als empfindlicher Zierrasen und tragen dazu bei, den Garten widerstandsfähiger und lebendiger zu machen. Ein Garten muss nicht perfekt geschniegelt sein, um schön zu wirken. Im Gegenteil: Ein wenig mehr Wildnis bedeutet mehr Leben, mehr Blüten, mehr Summen und Zwitschern. Wer der Natur im eigenen Garten Raum gibt, schafft nicht nur ein kleines Paradies für Tiere, sondern auch einen Ort der Ruhe und Vielfalt für sich selbst.
Fazit: Über 15 Millionen Jahre hat sich der Igel erfolgreich vor natürlichen Feinden geschützt, indem er weglief oder sich einrollte. Aber gegen Mähroboter und Autos hat er keine Chance.
Für unsere NABU-Gruppe suchen wir im Raum Neuhausen, Schellbronn, Hamberg oder Steinegg eine Streuobstwiese zum Kauf.
Seit über 4 Jahren engagiert sich der NABU Neuhausen im Enzkreis in einer Vielzahl von Projekten. So betreuen wir jedes Jahr die Amphibienwanderung an der L 574 zwischen Neuhausen und Schellbronn, bieten Steinkäuzen Niströhren in Streuobstwiesen an, setzen uns für die Wiederansiedlung des Rebhuhns ein und sind aktiv für den Fledermausschutz. Lust, mitzumachen? – Komm gerne zu unserem Treffen und lern uns kennen oder melde dich unter info@nabu-neuhausen.de. Bei uns ist jede und jeder herzlich willkommen, ob jung oder alt, egal wie du dich einsetzen möchtest und kannst – wir freuen uns auf dich!
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