Malerei und Grafik von Michaela Lichtenberg in der Bücherei Warmbronn
Topologie im Kunstbereich? Wer im Mathematikunterricht aufgepasst hat, weiß, dass der Begriff definiert, welche Eigenschaften von Formen und Räumen gleich bleiben, wenn man sie verformt. Also wenn sie zum Beispiel gestreckt, gebogen oder verdreht werden, ohne dass sie dafür zerrissen oder zusammengeklebt werden müssen. Formen und Verbindungen – das sind die Eckpfeiler in den Arbeiten von Michaela Lichtenberg. Bei ihr hängt in ihren Werken alles zusammen. Schichten werden übereinandergelegt, wieder überarbeitet, teilweise freigelegt. So entstehen durch Form und Farbe Spuren von Vorversionen, ohne dass die ursprüngliche Form dabei verlorengeht. Spannend sind auch die Fensterelemente, die einen Blick in die darunterliegenden Bildräume ermöglichen. Dabei ist diese Formensprache keineswegs mathematisch trocken, dafür sorgt schon die kräftige Farbgebung mit lebendigem Grün, Blau und Orange. Das alles hat eine archäologische Anmutung, denn aus den früheren Schichten geht nichts verloren, die Elemente bekommen in der Überarbeitung eine besondere Bedeutung als Zeichen der Vergangenheit: Was einmal sichtbar war, ist nun noch als Spur vorhanden.
Michaela Lichtenberg (Jahrgang 1984) hat in Stuttgart und Wien studiert und zahlreiche Ausstellungen in Baden-Württemberg bestritten. Zurzeit lebt und arbeitet sie in Stuttgart.
Zu besichtigen ist die Ausstellung bis 28. Juli zu den Öffnungszeiten der Bücherei.
Als besonderes Highlight gibt es am 28. Juni um 11.15 Uhr eine Führung mit Michaela Lichtenberg.


