
Die Stadt trauert um Michael Wessel – einen Menschen, der sich für seine Stadt in besonderer Weise engagiert hat. Dafür wurde ihm vor zwei Jahren der Bürgerpreis der Stadt Gaggenau verliehen.
Michael Wessel ist am 20. Dezember nach schwerer Krankheit im Alter von 78 Jahren verstorben. Profunde Kenntnisse gepaart mit ausgesprochener Akribie in Sachen Lokal- und Industriegeschichte zeichneten Michael Wessel aus. Von seiner Leidenschaft für den Unimog profitierte die Stadt. 1993 hob Wessel den inzwischen fast 9.000 Mitglieder starken, international tätigen Unimog-Club aus der Taufe, leitete ihn lange als Vorsitzender und trug damit den Namen Gaggenau in die Welt. Auch beim Unimog-Museum war Michael Wessel ein Mann der ersten Stunde. Für dieses zog er sogar ein Original-Exemplar des „Orient-Express“ an Land, das Ende des 19. Jahrhunderts in Gaggenau hergestellt worden war. Zudem verfasste Wessel mehr als 60 Jahre lang Artikel und Bücher über die Gaggenauer Wirtschafts- und Industriegeschichte. Auch sein Wohnort Ottenau profitierte von seinen tiefgründigen Recherchen. „Gaggenau ist meine Heimat geworden“, erklärte Michael Wessel, als ihm der Bürgerpreis 2023 verliehen worden war. Als Kind war er 1952 von Norddeutschland ins Murgtal gekommen, wuchs in einfachen Verhältnissen auf, fand aber nach eigenen Angaben viele Unterstützer. Bis zu seinem Ruhestand war er im Benz-Werk tätig. Als Gemeinderat und stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD setzte er sich von 1980 bis 1991 für die Belange der Stadt Gaggenau ein. Die Stadt Gaggenau verliert in Michael Wessel einen Menschen, der viel Gutes für die Stadtgemeinschaft bewirkt hat.
Die Trauerfeier findet am Montag, 19. Januar, um 15 Uhr im Unimog-Museum statt. Die Urnenbeisetzung ist zu einem späteren Zeitpunkt im engsten Familienkreis auf dem Bergfriedhof Ottenau geplant.