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Trauerkompetenz fürs Leben: Wie Schüler der Eschachschule Dunningen den Umgang mit Tod und Trauer lernen

Tod und Trauer sind Themen, denen man im Leben nicht ausweichen kann – und doch wird kaum darüber gesprochen. An der Eschachschule Dunningen wurde dieses...
Trauerkompetenz
TrauerkompetenzFoto: Frau Hirschmann

Tod und Trauer sind Themen, denen man im Leben nicht ausweichen kann – und doch wird kaum darüber gesprochen. An der Eschachschule Dunningen wurde dieses Tabu bewusst aufgebrochen. Die Fachschaft Religion und Ethik lud Trauerbegleiter Patrick Ott für die Jahrgangsstufen 9 und 10 ein, der sich intensiv mit den Schülerinnen und Schülern zum Thema „Umgang mit Tod und Trauer“ auseinandersetzte.

Im Mittelpunkt des Projekts stand ein moderner Blick auf Trauer. „Trauer ist kein linearer Prozess“, erklärte Patrick Ott den Jugendlichen. Statt klarer Phasen, die man Schritt für Schritt durchläuft, sei Trauer vielmehr ein vielschichtiges, sich ständig veränderndes Erleben. Anschaulich machte er dies am Modell des sogenannten Trauerkaleidoskops. Ähnlich wie bei einem Kaleidoskop setzen sich Gefühle, Gedanken und Reaktionen immer wieder neu zusammen: Mal stehen Traurigkeit oder Wut im Vordergrund, mal Dankbarkeit, Erinnerungen oder sogar Momente der Freude.

Für die Schülerinnen und Schüler war dieser Ansatz besonders greifbar. Viele erkannten, dass ihre eigenen Erfahrungen mit Verlust – sei es der Tod eines Angehörigen, eines Haustiers oder das Ende einer wichtigen Beziehung – völlig unterschiedlich verlaufen können und dennoch „normal“ sind. Es gehe nicht darum, Trauer zu überwinden oder hinter sich zu lassen, sondern zu lernen, mit ihr zu leben.

In Gesprächen, Übungen und offenen Fragerunden schuf Patrick Ott einen geschützten Raum, in dem auch persönliche Erfahrungen Platz hatten. Die Jugendlichen lernten, Gefühle wahrzunehmen, zu benennen und anderen mit Empathie zu begegnen. Damit wurde nicht nur Wissen vermittelt, sondern eine wichtige Lebenskompetenz gefördert: Trauerkompetenz.

Die Schule, insbesondere der Förderverein der Eschachschule Dunningen, der dieses Projekt großzügig finanziell unterstützte, sieht in dem Projekt einen wertvollen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung. „Unsere Schülerinnen und Schüler sollen auf das Leben vorbereitet werden – und dazu gehören auch schwere Zeiten“, betonten die Lehrkräfte der Eschachschule. Der Umgang mit Tod und Trauer sei eine Fähigkeit, die weit über den Unterricht hinaus wirke.

Mit dem Besuch von Trauerbegleiter Patrick Ott erhielten die Jugendlichen Werkzeuge, die ihnen helfen können, zukünftige Verluste besser zu verstehen und zu bewältigen – für sich selbst und im Miteinander mit anderen. Ein starkes Zeichen dafür, dass Schule auch Raum für die großen Fragen des Lebens bieten kann.

Trauerkompetenz
Trauerkompetenz.Foto: Frau Hirschmann
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