Fair fruchtet – so das Motto zum diesjährigen Weltladentag des Dachverbands, der wie jedes Jahr Anfang Mai stattfindet.
Wir haben die Gelegenheit ergriffen, gleich den ganzen Monat dem Thema „Früchte“ zu widmen und alles mit und aus Früchten als „Produkt des Monats“ mit 15 % Rabatt anzubieten. Zu allen Früchten, die es im Laden zu kaufen gibt, haben wir Informationen gesammelt und zusammengestellt: Ananas, Mangos, Datteln, Orangen, Bananen – wie und wo wachsen sie? Wer baut sie an, wer verarbeitet sie, und wer verdient Geld damit?
Wir können in unserem Weltladen keine frischen Früchte anbieten – außer einmal im Jahr die Mangos aus Burkina Faso, die in diesem Jahr bereits verkauft und verarbeitet worden sind. Mangos – wie viele andere Früchte – gibt es im Weltladen in verschiedenen Formen: getrocknet und als Saft, als Marmelade, als Zutat in unseren Fruchtriegeln und und und …
Wie bei allen Produkten im Weltladen können wir – wie bei Fairtrade üblich – alle Schritte in den jeweiligen Lieferketten vom Anbau über die Verarbeitung bis in unseren Laden nachvollziehen. Der Weltladendachverband und alle Handelspartner garantieren die Einhaltung der strengen Vorschriften des fairen Handels. Fairtrade und Umweltschutz gehören übrigens zusammen, denn der Erhalt einer lebenswerten Umwelt ist Voraussetzung für eine lebenswerte Welt für alle Menschen auf allen Kontinenten.
Der Anbau und die Vermarktung exotischer Früchte hat eine lange und blutige Geschichte: Sklavenhandel, Ausbeutung von Menschen und Natur wirken bis heute nach.
Zum Beispiel Bananen:
Im April 1907 installierten die USA in Honduras eine Diktatur unter Miguel R. Dávila, um die Interessen der United Fruit Company zu schützen: die erste „Bananenrepubik“. Bereits 1910 kontrollierte das US-Unternehmen 80 % der honduranischen Bananenpflanzungen. Das Beispiel machte Schule, die Geschichte der Banane ist eine sehr blutige. 1928 kam es in Kolumbien zu einem Streik der Arbeiter in Plantagen der United Fruit Company, der auf „Bitten“ der Amerikaner von der kolumbianischen Regierung blutig niedergeschlagen wurde und als „Bananenmassaker“ in die Geschichte und Literatur einging. Gabriel García Márquez verarbeitete das Bananenmassaker in seinem Roman „Hundert Jahre Einsamkeit“, Pablo Neruda in einem langen Gedicht.
Noch heute stellt die Macht der großen Konzerne in vielen Ländern nicht nur des Globalen Südens eine große Herausforderung dar. „In Deutschland beispielsweise haben vier Konzerne – Aldi, Lidl/Kaufland, Edeka und Rewe – einen Marktanteil von 85 Prozent. Diese Marktmacht übt Druck auf Lieferanten aus, die gezwungen sind, ihre Preise zu senken, häufig, ohne dass die Produktionskosten gedeckt sind.“ (Weltladen Dachverband) Der faire Handel und auch unser Weltladen als letztes Glied in der Lieferkette halten dagegen.
Apropos Lieferketten: die kürzeste im Fleiner Weltladen hat unser Apfelsaft hinter sich: von Fleiner Streuobstwiesen über den Fleiner CVJM in den Weltladen.
b.muellner
immer aktuell: www.weltladen-flein-talheim.de


