Im Rahmen der Landesschau Baden-Württemberg strahlte der SWR am 22.05.26 eine kurze Reportage mit dem Titel „Rund um Wilhelmsfeld“ aus. Dabei ging es um das Ehepaar Siegfried und Diemut aus Wilhelmsfeld, beide im mittleren Alter, das sehr gerne im Odenwald wandert und die „totale Erholung und gute Luft“ genießt. Deren „persönliches Highlight“ ist der Schriesheimer Kopf mit dem Teltschikturm. Siegfried hob den Temperaturunterschied zur Rheinebene hervor; im Wald sind 3 bis 5 °C weniger Hitze. Auf dem 41 m hohen Teltschikturm erwartete die beiden eine „bombastische Aussicht“. Die Kamera schwenkte über eine (noch) intakte Landschaft. Seltsamerweise zeigte sie weder die Windkraftanlagen am Greiner Eck, noch die am Stillfüssel. Beide Windindustriezonen sind normalerweise vom Teltschikturm aus nicht zu übersehen. In der Ferne lässt sich sogar noch eine dritte Windindustriezone in der hessischen Landschaft erkennen. Das Ehepaar wies in die Richtung vom Weißen Stein mit seinem Fernmeldeturm und seinem (noch) dichten Wald. Danach kehrten die beiden in der Höhengaststätte Weißer Stein ein. Wer regelmäßig im Gebiet Weißer Stein und Umgebung wandert, hat die vertrauten Orte in der Reportage wiedererkannt. Zum Schluss wurde das Waldschwimmbad in Schriesheim gezeigt; der stellvertretende Vorsitzende Kim Koschorreck berichtete über die Entstehung des Fördervereins, der das Schwimmbad vor der Schließung rettete.
Die etwa vierminütige Reportage spiegelt eine heile Welt wider. Kein Wort zum Thema Windkraft, kein Wort zu den geplanten Windindustriezonen am Weißen Stein und am Lammerskopf. Passte die Erwähnung von drohenden Industriezonen nicht in das schöne Bild? Warum hat das Kamerateam auf dem Teltschikturm beim Filmen der Landschaft die sichtbaren Windindustriegebiete ausgelassen? Auf dem Weg zum Weißen Stein ist normalerweise die starke Auflichtung des Waldes auf der Dossenheimer Gemarkung sehr auffällig und hat schon bei vielen Wanderern starke Verwunderung hervorgerufen. Aber gerade dort wurde nicht gefilmt. Warum?
Unbedachte Zuschauer dieser Sendung werden nun unsere Gegend als hervorragendes Erholungsgebiet ansehen – was sie durchaus noch ist. Noch können wir uns glücklich schätzen, in so einem schönen Gebiet zu wohnen, wo andere Urlaub machen. Doch das könnte sich schon in einigen Jahren ändern. Wer erholt sich schon gerne in der Nähe eines Industriegebiets mit Zerstörung des Landschaftsbildes, Schlagschatten, Lärmbelästigung und Infraschall?
Nächstes Monatstreffen:
Donnerstag, 09.07.26 um 19.30 Uhr im „Neuen Ludwigstal“
Kontakt: karin.reinhard12@gmail.com
Spendenkonto DE96 6709 2300 0033 3033 27
Weitere Infos: gegenwind-bergstrasse.de
Dr. R. Kraft


