Raus aus dem Klassenzimmer, rein in den Wald: Die Grundschule Staufenberg erweitert ihren Bildungsalltag um ein besonderes Lernprojekt.
Im Rahmen eines Pilotversuchs verlagert die dritte Klasse in diesem Schuljahr an vier Tagen den kompletten Unterricht in den nahegelegenen Wald.
Organisiert wird das Projekt von Klassenlehrerin Nicole Zürn in Zusammenarbeit mit Victoria Böhner, Försterin und zertifizierte Waldpädagogin des Forstamts. Unterstützt wird das Team von Dorothee Schmeiser und Günter Seyfarth, die auch im regulären Schulalltag unterstützend wirken. Bereits der erste Tag im Wald zeigte eindrucksvoll, was zahlreiche Studien belegen: Lernen in der Natur fördert nicht nur Konzentration und Sozialverhalten, sondern steigert auch nachweislich die Lernmotivation – sichtbar in der aktiven Teilnahme und der spürbaren Begeisterung der Kinder.
Ob Deutsch, Mathematik, Sachunterricht, Kunst oder Sport – mit etwas Kreativität lassen sich nahezu alle Unterrichtsinhalte erfolgreich ins Freie verlagern und dabei völlig neu erleben. Im Fach Deutsch erforschten die Kinder spielerisch die Wortarten und schrieben fleißig auf ihren Klemmbrettern, während in Mathematik mit Naturmaterialien geschätzt, gezählt und verglichen wurde. Sport verband sich mit Sachunterricht, als die Schülerinnen und Schüler die Winterstrategien heimischer Tiere entdeckten und in Bewegung umsetzten.
„Länder wie Dänemark oder Schweden setzen bereits seit Jahren erfolgreich auf regelmäßigen Draußenunterricht“, erklärt Victoria Böhner. „Die positiven Effekte sind wissenschaftlich belegt: Kinder lernen nachhaltiger, sind ausgeglichener und entwickeln ein stärkeres Bewusstsein für Natur und Umwelt.“
Lehrerin Nicole Zürn zeigt sich überzeugt vom Konzept: „Der Wald ist ein lebendiger Lernraum. Hier erfahren Kinder Bildung mit Kopf, Herz und Hand. Im Draußenunterricht verbinden sich Fachwissen, Bewegung und soziale Erfahrung. So fühlt sich echtes Lernen an.“


