
Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts war erkennbar, dass durch die fortschreitende Industrialisierung und rasant anwachsende Bevölkerung im mittleren Neckarraum die örtlichen Wasservorkommen nicht mehr ausreichten, um den rasch wachsenden Wasserbedarf zu decken. So wurde der für diese Zeit ungewöhnliche Beschluss gefasst, eine Leitung vom Donauried bei Ulm übers Remstal bis Stuttgart zu legen. Im Jahr 1912 unterschrieb König Wilhelm II. von Württemberg die Gründungsurkunde der Landeswasserversorgung. Diese war bis zum Jahr 1965 ein Landesunternehmen und wurde dann bis heute als Zweckverband der versorgten Städte und Gemeinden weitergeführt. Die ersten beiden Leitungen wurden südlich des Remstales über die Höhen von Ostalb und Schurwald verlegt und haben vier Zwischenbehälter bei Heidenheim, am Rechberg, bei Brech am Reinhold-Maier-Turm und auf dem Schönbühl bei Beutelsbach, um zum Hochbehälter auf dem Rotenberg zu gelangen. Von dort geht es nach Stuttgart, Esslingen und Ludwigsburg. Das erste Wasser aus dem Donauried floss am 1. Juli 1917 in Stuttgart aus dem Wasserhahn. Ende der 60er Jahre wurde eine dritte Leitung durchs Filstal bis Stuttgart und eine weitere Leitung bis Ellwangen verlegt. Das Wasser aus dem Donauried kommt heute zu 17 % aus Flusswasser und zu je ca. 40 % aus Grund- und Quellwasser. Nachdem in Schulen im mittleren Remstal immer noch verbreitet wird, dass wir auch mit Bodenseewasser versorgt werden, dürfen wir hier darauf hinweisen, dass Bodenseewasser, das auf dem Sipplinger Berg am Überlinger See gefasst wird, erst seit 1954 bis Stuttgart fließt und nur die an der Leitung liegenden Städte wie Reutlingen u.a. mitversorgt. Urbach gehört nicht dazu.
Schon bald nach Ende des 2. Weltkrieges war abzusehen, dass die bisherige Wasserversorgung nicht mehr lange ausreichen würde. Durch den Zustrom der Heimatvertriebenen, den normalen Bevölkerungszuwachs und auch infolge sich verändernder persönlicher Bedürfnisse stieg der Wasserverbrauch stetig an. In Unterurbach wurde auf dem Leutersberg ein zweiter Wasserbehälter dazu gebaut. Nachdem auch die Quellschüttungen zurückgegangen waren, suchte man durch Grundwasserbohrungen nach neuem Wasserzufluss in der Talaue. In Oberurbach sorgte in der Schraien an der Kreuzung zur ehemaligen Bundesstraße ein Pumpwerk in einem Häuschen für zusätzliches Nass. In Unterurbach wurde man ebenfalls bei Grundwasserbohrungen am Quellenweg unter einem heute noch stehenden kleinen Gebäude fündig. Es wurde allerdings klar, dass es ohne einen Anschluss an die Landeswasserversorgung, die ja schon seit 1916/17 durchs Remstal lief, in Zukunft nicht weitergehen konnte.
Nachdem in Plüderhausen die Problemlage ähnlich war, erfolgte am 20. Juli 1961 die Gründung des „Zweckverbandes Wasserversorgungsgruppe Plüderhausen –Unterurbach – Oberurbach“. Damit war die Belieferung mit ausreichendem Trinkwasser für beide Orte auf Dauer gegeben. In der Euphorie über die zukünftige Entwicklung sicherte man sich allerdings eine Mindestabnahmemenge, die man über Jahrzehnte kaum benötigte, da die eigenen Quellleitungen aus Sicherheitsgründen weiter beibehalten wurden und einen Versorgungsanteil von ca. 30 % hatten. Im Sandbühl über Plüderhausen entstand für die Gruppe ein Übergabebehälter von 1000 cbm der durch die Landeswasserversorgung gespeist wurde. In Unterurbach auf dem Leutersberg wurden zwei neue Behälter erstellt. In Oberurbach wurde an der Hagsteige ein zweiter Behälter und am Gänsberg ebenfalls ein zusätzlicher Behälter bzw. zwei Behälter gebaut, da durch einen Messfehler des Ingenieurs der Vedewa der erste Behälter nicht die erforderliche Höhenlage des Behälters der Hagsteige hatte. Mit dem Anschluss an die Landeswasserversorgung schaltete man 1963-65 in die Leitungen der Haushalte Wasserzähler ein. Davor war es ja Eigenwasser und das konnte über Personentarif o.ä. geschätzt werden. Anfang der 80er Jahre wurde, zur Verbesserung der Versorgungssicherheit, noch ein zweiter Leitungsanschluss von der LW-Leitung im Aichenbach in Plüderhausen zum Hochbehälter Leutersberg gebaut.
Ebenfalls Anfang der 80er Jahre wurde der Wellingshof an das durch den Weiler führende Versorgungsnetz von Haubersbronn angeschlossen. Nach der Jahrtausendwende wurde der Bärenhof an das Ortnetz Urbach-Süd und der Hegnauhof mit einem Übergabebehälter an eine oberhalb des Hofes laufende Leitung der Landeswasserversorgung angeschlossen. Mit Eigenwasser und Landeswasser und mit entsprechenden Bezugsrechten ist Urbach heute ausreichend und sicher mit Trinkwasser versorgt. Natürlich müssen die teilweise über 100 Jahre alten Leitungen und Behälter zum Teil erneuert werden, da man sich einen hohen Wasserverlust an Trinkwasser nicht leisten sollte. Die Übernahme der Quellen des Urbacher Mineralwassers kann nur eine Notwasserversorgung vor Ort sein, da dieses Wasser aus einer Tiefe von 40, 80 und 100 Metern eine andere Zusammensetzung hat und nur unter großem Aufwand ins Netz eingespeist werden könnte.