
Der heute in dritter Generation geführte Gartenbaubetrieb Stüber wurde Anfang des 20. Jahrhunderts vom Großvater des derzeitigen Inhabers in der damaligen Bahnhofstraße (heute Konrad-Hornschuch-Straße 34) in Unterurbach gegründet. Friedrich Stüber hatte gemeinsam mit seiner Frau Katharina, geb. Bauer, die von allen „Kätter“ genannt wurde, dort eine Landwirtschaft mit Gemüseanbau im Freiland. Kätter war Unterurbacherin, Friedrich kam von der Alb. Das Ehepaar hatte drei Buben.
Ihr zweiter Sohn Eugen (*1914) sollte den Betrieb übernehmen. Aufgewachsen am damaligen südlichen Ortsrand führte er von Kindesbeinen an ein Leben zwischen Gärten und Feldern. Darum lag es nahe, dass Eugen nach dem Besuch der Schule in Unterurbach den Beruf eines Gärtners erlernte. Er ging hierzu zunächst in einer Schorndorfer Gärtnerei in die Lehre. Nach einem Jahr kam er heim und arbeitete und lernte hier weiter. Im Herbst 1935 wurde Eugen Stüber zum damals wieder neu eingeführten Wehrdienst eingezogen. Da sein Vater Friedrich im Juli 1937 starb, musste er seiner Mutter bei der Arbeit zur Aufrechterhaltung des Gärtnereibetriebes beistehen. Er wurde deshalb vorzeitig aus dem Wehrdienst entlassen. Der Beruf des Gärtners war Eugens Leidenschaft. Er übte ihn mit großem Eifer aus und hielt so zusammen mit seiner Mutter und den Brüdern den Betrieb am Laufen. Dann begann der Zweite Weltkrieg und es war absehbar, dass Eugen, nachdem er vorher schon den Wehrdienst absolviert hatte, nicht mehr lange daheimbleiben durfte. Bereits einen Monat nach Kriegsbeginn musste er im Oktober 1939 einrücken. Zuerst wurde er im Frankreichfeldzug eingesetzt. Danach folgte der Einsatz in Russland. Er war vom ersten Tag des Russlandfeldzugs mit dabei und wurde mehrmals verwundet. Sein letzter Heimaturlaub war im September 1944. Er ist schließlich in schweren Kämpfen am 16. Januar 1945 in Russland gefallen.
Der Betrieb zu Hause musste in der Zeit auch ohne Eugen weitergeführt werden. Eugens jüngerer Bruder Albert (*1919) führte zunächst mit seiner Mutter Katharina und später dann mit seiner Frau Gerda, geb. Kühnle (*1929) den Familienbetrieb bis zum Jahr 1984 weiter. In dieser zweiten Generation wurde der Gärtnereibetrieb dann ab den 1960er-Jahren Schritt für Schritt ausgebaut und erweitert. Zunächst wurde das Wohnhaus in der Konrad-Hornschuch-Straße erneuert. Es kamen Gewächshäuser auf dem Betriebsgrundstück zwischen Hornschuch-Straße und Schießgasse dazu. Der Verkauf von Gemüse fand im Gewächshaus statt. Im Jahr 1969 wurde dann das erste Gewächshaus in den Bodenwiesen zwischen Feldweg und Bärenbach errichtet. Eine Gießwasserentnahme aus dem Bärenbach wurde genehmigt, im Jahr 1974 ein Marktrichtraum eingerichtet und 1979 ein weiteres Gewächshaus gebaut. Das Angebotsspektrum wurde um Balkon- und Beetpflanzen erweitert. Auch Großkunden aus dem Lebensmittelhandel kamen dazu. Und ab den 1970er-Jahren wurde der Wochenmarkt in Plüderhausen beschickt.
1984 ging die Firma an die dritte Generation über. In diesem Jahr übernahm der Sohn Peter (*1960) gemeinsam mit seiner Frau Gerlinde, geb. Hirzel den Familienbetrieb und sie führen ihn bis heute. Es wurde weiter investiert. 1987 kam ein weiteres Gewächshaus in den Bodenwiesen und 2001 ein Folienhaus dazu, sodass an diesem Standort inzwischen ca. 1800 qm unter Glas und ca. 400 qm unter Folie sind. Eine ansehnliche Größe für einen Familienbetrieb. Der Schuppen auf der anderen Seite des Weges und die Christbaumkultur gehören nicht zum Betriebsgelände. Die Gärtnerei ist bei ihrer Aufzucht von Gemüse und Pflanzen geblieben. Im Jahr 2007 wurde dann der Verkaufsladen „Pflanzen & Gemüse – Oase Stüber“ in der Konrad-Hornschuch-Straße eröffnet, der von Gerlinde Stüber geleitet wird. Inzwischen wird im Laden eine große Auswahl von Produkten angeboten. Neben Gemüse, Obst, Schnittblumen, Zimmerpflanzen und Dekoartikel gibt es auch Handelswaren wie ausgesuchte Lebensmittel von Senf, Säften, Wein bis zu Nudeln. Seit dem Jahr 1995 ist die Gärtnerei auch auf dem Wochenmarkt in Urbach vertreten. Die an der Schießgasse gelegenen Gewächshäuser am Stammhaus wurden in den letzten Jahren aufgegeben und das Gelände für eine Wohnbebauung freigegeben.
Albert Stüber verstarb im Jahr 1995, seine Frau Gerda im Jahr 2000. Peter Stüber ist in der Urbacher Feuerwehr aktiv. Gegen weitere Hobbys spricht die knapp bemessene Freizeit. Das Ehepaar Peter und Gerlinde Stüber hat zwei Mädchen, Michaela und Sandra sowie drei Enkelkinder. Ob hier mit einem Übergang in eine vierte Generation zu gerechnet werden kann, ist heute noch nicht entschieden. Wir danken der Gärtnerei Stüber für die ortsnahe Versorgung mit Gemüse und Pflanzen und wünschen der Familie weiterhin viel Erfolg.