
Mit der Komödie „Valentinstag“ landete die DJK-Theatergruppe am zweiten Adventswochenende einen großen Erfolg. Das Ensemble begeisterte mit spürbarer Spielfreude und sorgte für beste Unterhaltung. Gleich zwei ausverkaufte Theaterabende sowie die Vorstellung im Rahmen der DJK-Winterfeier belegen eindrucksvoll: Das Amateurtheater ist längst eine feste Größe im kulturellen Leben der Gemeinde. Die Truppe hat sich über Jahre hinweg ein treues Publikum erspielt, das jede neue Produktion mit Spannung erwartet und auch diesmal nicht enttäuscht wurde.
Im Zentrum des diesjährigen Stückes stand die schöne Annabelle, deren Porträt die Bühne dominierte. Ihre Ex-Männer, der sensible Lewis Paine und der wütende Nick Martinelli, ringen nach der Scheidung mit Liebeskummer und finanziellem Ruin. Sie ahnen nicht, dass ihr windiger Anwalt Arnold (pfiffig dargestellt von Marcus Zegowitz) sich gemeinsam mit der Polizistin Gloria (wunderbar gespielt von Mara Amoros Alonso) die Abfindung unter den Nagel reißen will.
Das Stück lebte wieder einmal von der einzigartigen Chemie und den herrlich gegensätzlichen Charakteren der Hauptdarsteller Marcus Hornig (Lewis) und Matthias Harbarth (Nick), die sich gegenseitig gekonnt die Bälle zuwarfen. Aber ihnen standen zwei starke Frauen zur Seite. Kathrin Harbarth als Nicks Beinahe-Verlobte Fran hat neben der Regiearbeit nach längerer Bühnenabstinenz wieder eine Bühnenrolle übernommen und verkörperte diese mit feinen Nuancen und starker Mimik. Und Andy Woodhead als Nachbarin Mitzi Weisberg gab dem Stück wie gewohnt ordentlich Pfeffer.
Die Bühnenfiguren Mitzi und Fran geraten in tödliche Gefahr, als sie sich verkleiden, um Annabelle ähnlicher zu sehen. Denn Lewis und Nick haben den mysteriösen Killer Azzurro (herrlich mafiös: Marco Fuchs) engagiert. Das Opfer soll eine rothaarige Frau im grünen Kleid sein – doch davon gibt es nun mehrere Versionen. Wer dem mörderischen Plan schlussendlich zum Opfer fällt, wird hier nicht verraten.
Drei Monate lang wurde geprobt und vorbereitet. Das Ergebnis zeigt eindrucksvoll, dass ein Theaterstück weit mehr ist als nur die schauspielerische Leistung der Darsteller. Der Erfolg auf der Bühne basiert auf dem perfekten Zusammenspiel vieler Elemente. Dazu zählten das beeindruckende Bühnenbild, das mit einem authentischen Blick auf ein New Yorker Haus samt Feuerleiter echte Atmosphäre schuf, ebenso wie die sorgfältige Arbeit von Ton und Technik, Kostüm und Maske sowie die unverzichtbare Unterstützung durch Souffleusen und Bühnenassistenz. „Valentinstag“ ist ein Beispiel dafür, dass auch mit amateurtheatralischen Mitteln professionell wirkende Unterhaltung auf die Bühne gebracht werden kann – und macht zugleich Lust auf die nächste Produktion der DJK-Theatergruppe.
Text: S. Sommer