
Der Knittelberg liegt gegenüber dem Turmberg auf der nördlichen Seite der Pfinz als letzter Ausläufer des Pfinzgaus. Er bildet den geologischen Übergang zum Kraichgau. Zur Geschichte und Geologie des Berges führten die „Menschen für Grötzingen“ am 21. März 2026 eine Wanderung durch. Dr. Carsten Persner leitete die spannende Führung mit mehr als 30 Teilnehmern zu wichtigen geologischen und geschichtlichen Schauplätzen.
Am Startpunkt im Froschhöhle wurde die Geologie des Knittelberges erläutert. Als der Rheingraben vor 20 - 50 Millionen Jahren entstand, hoben sich die Ränder zu Hügeln und Gebirgen, wie dem Schwarzwald oder den Vogesen. Besonders die Buntsandsteinschichten waren damit leicht als Steinbrüche zugänglich und stellten in Grötzingen einen wichtigen Wirtschaftsfaktor bis ins 19. Jhdt. dar. Auch der aufliegende Muschelkalk wurde als Straßenschotter abgebaut. Hiervon zeugt die Mülldeponie im alten Steinbruch auf dem Silzberg.
Grötzingen war über Jahrhunderte hinweg ein von der Landwirtschaft geprägter Ort. Der Knittelberg war schon früh eingebunden. Auf der Hochfläche sorgten die in der Eiszeit abgelagerten Löss-Schichten für ertragreiche Böden und haben dem Ort Wohlstand gebracht. So sind die Zufahrtswege vom Dorf über die Zeiten zu Hohlwegen geworden.
Eine unrühmliche Rolle spielten später die Bunkerbauten im zweiten Weltkrieg. Die Luftverteidigungszone West (LVZ-West) hinterließ etwa ein Dutzend Bunkerbauten, von denen jedoch nur noch zwei gesprengte MG-Bunker und zwei teilweise erhaltene Unterstände für Infanteriegruppen zu sehen sind. Der Rest ist im Gelände nur noch zu erahnen.
Auf dem zweistündigen Rundgang konnte so die Geschichte von über 1.500 Jahren mit der 200 Mio. Jahre alten Geologie verbunden werden.
Die nächsten Veranstaltungen sind am 17. April ein Rundgang im Jagdgebiet Grötzingen und am 30. April eine Führung durch die HWK-Gärtnerei. Mehr Informationen und Aktuelles sind auf der Webseite www.mfg-groetzingen.de oder der „Menschen für Grötzingen“ Facebookseite zu finden. Die MfG ist offen für alle Interessierte, die sich für Grötzingen engagieren und die Arbeit unterstützen wollen. (cp)


