Nussbaum-Logo
Dies und das

Vereinsausflug nach Südtirol vom 23. – 26.04.2026 - Teil 3

Weiter ging die Reise nach Meran zum Weingut Schloss Rametz. Wo einst adelige Persönlichkeiten wie König Albert von Sachsen, König Alexander von Serbien...
Wir waren begeistert von den Qualitäten der Genossenschaftskellerei MeranFoto: Andreas Staar

Weiter ging die Reise nach Meran zum Weingut Schloss Rametz. Wo einst adelige Persönlichkeiten wie König Albert von Sachsen, König Alexander von Serbien und Kaiserin Sissi von Österreich während ihres Kuraufenthaltes logierten, ist auch heute noch das Flair vergangener Zeiten zu spüren. Die Geschichte von Schloss Rametz bei Meran geht zurück bis auf das Jahr 1227. Die ersten Erwähnungen gelten als bedeutendes Zeugnis der heimischen Weinkultur. Was nur Wenige wissen: Neben noblen Rebsorten wie Riesling, Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon, wurde hier im Jahre 1860 die erste Blauburgunder-Rebe Südtirols gepflanzt. Die Familie Schmid ist seit dem Jahr 1972 für den Weinbau zuständig. Außerdem gibt es ein sehenswertes Weinmuseum, das die Geschichte des Weinbaus im Burggrafenamt anschaulich darstellt. Das Weingut bewirtschaftet rund 10 Hektar. Die Sekterzeugung beträgt immerhin rund 40 %. Die Verkostung hatte folgende Reihenfolge: Sekt „Castel Monreale“ brut, Sauvignon „Aglaia“, Vernatsch, Blauburgunder Reserva und zum Schluss einen Merlot. Die Preise des Weingutes bewegen sich zwischen € 10,00 und € 75,00. Zum Abschluss gab es als spätes Mittagessen einen gut bestückten „Rametzer Teller“.

Gut gestärkt ging die Reise weiter zur Genossenschaftskellerei Meran. Der Baustein zur Gründung wurde bereits 1901 mit nur wenigen Weinbauern gesetzt. Inzwischen zählt unsere Kellereigenossenschaft, nach dem Zusammenschluss der Burggräfler Kellerei und der Weinkellerei Meran im Jahre 2010, 360 Mitglieder. Die Neueröffnung im Juni 2013 läutete eine neue Ära ein. Insgesamt werden 260 Hektar Weinbergfläche von den Winzern bearbeitet. Die Reben werden in einer Höhenlage zwischen 300 und 900 m kultiviert. 16 Traubensorten werden verarbeitet. Nach einer Betriebsbesichtigung folgte der praktische Teil. Riesige raumhohe Fenster bieten einen fantastischen Blick über das Etschtal auf die Alpen. Die Kellerei hat die gestalterische Verbindung zwischen Tradition und Moderne durch den Einsatz hochwertiger Materialen mit Bravour gemeistert. Zur Einstimmung wurde ein Sekt „Brut Riserva 36“ gereicht, gefolgt von einem Weißburgunder und einem Sauvignon Blanc Riserva. Der Wechsel zu Rot wurde mit einem Vernatsch „Schiava“ eingeleitet und endete mit dem traditionellen Lagrein. Die Genossenschaft verkauft ihre Weine zum Preis von € 10,00 bis € 125,00.

Wir konnten im Rahmen unserer Weinreise in Gesprächen auch viel über die Weinlese in Erfahrung bringen. Die Trauben in Südtirol werden auch heute noch überwiegend von Hand gelesen. Aufgrund der vielen Steillagen und der extrem hohen Qualitätsansprüche ist die Handlese hier der Standard. Das sogenannte „Wimmen“ (die Südtiroler Bezeichnung für die Weinlese) garantiert, dass nur die besten und reifsten Beeren im Korb landen. Schlechte oder unreife Trauben werden direkt am Rebstock aussortiert, was mit Maschinen nicht möglich wäre. Erntemaschinen sind in den meisten Südtiroler Anbaugebieten ohnehin nicht erlaubt oder technisch gar nicht einsetzbar. Auch in den Tallagen in Bozen und Südtirols Süden kommt die maschinelle Weinlese kaum in Frage. Hier wird besonders im Rotweinanbau noch viel mit der traditionellen Pergel gearbeitet. Grund dafür ist zum einen der Erhalt eines bedeutenden kulturellen Erbes und zum anderen die schattenspendende und kühlende Funktion der Pergel als Gegenmaßnahme zu den steigenden Temperaturen.

Am Beispiel der Genossenschaftskellerei Meran erzielen die Winzer für ihre Trauben je nach Sorte, Lage und Ertrag einen Kilopreis, der in der Regel zwischen 1,50 Euro und 3,50 Euro liegt. Bei Spitzenlagen und extrem selektiver Lese können die Kilopreise sogar noch deutlich höher ausfallen. Dieses „Traubengeld“ kann nur durch eine kompromisslose Qualität ausgeschüttet werden. Andererseits werden die Winzer dadurch dementsprechend motiviert – sagte man uns. Sind im Lesegut z. B. Blätter oder kleinste Zweige enthalten, kann dies einen Abzug von 50 % bedeuten.

Nach einem gemeinsamen Frühstück haben wir uns am Vormittag auf die Rückreise gemacht. Wir hatten Glück mit dem Verkehr und konnten staufrei zurückfahren. Unterwegs wurde auf einem Parkplatz eine Pause eingelegt. Bei dieser Gelegenheit wurden die üppigen Reste der Hinfahrt verzehrt.

Die in den Berichten genannten unteren Preise für eine Flasche Wein bilden das absolute Basissegment. Eine größere Auswahl beginnt etwa ab € 15,00. Zumindest in den von uns besuchten Betrieben.

Andreas Staar

Das moderne Glasgebäude der Genossenschaftskellerei Meran.Foto: Andreas Staar
Erscheinung
exklusiv online
Dieser Inhalt wurde von Nussbaum Medien weder erfasst noch geprüft. Bei Beschwerden oder Anmerkungen wenden Sie sich bitte an den zuvor genannten Erfasser.
Orte
Rauenberg
Kategorien
Dies und das
Panorama
Passende Themenseiten
Deine Saison
Deine Saison
Feste, Märkte & Traditionen
Feste, Märkte & Traditionen
Heimat entdecken
Heimat entdecken