Gerade im Frühjahr und Frühsommer ist in unseren Wäldern und Gärten viel los: Viele Vogelarten ziehen ihre Jungen groß. Dabei kommt es immer wieder vor, dass Spaziergänger scheinbar hilflose Jungvögel am Boden oder in der Nähe von Nistkästen entdecken.
Die Vogelfreunde weisen darauf hin: In den meisten Fällen besteht kein Grund zum Eingreifen. Viele Jungvögel verlassen das Nest bereits, bevor sie richtig fliegen können. Diese sogenannten „Ästlinge“ werden weiterhin von ihren Eltern versorgt – auch wenn diese nicht sofort zu sehen sind.
Wichtig ist daher: Bitte lassen Sie die Jungvögel an Ort und Stelle und halten Sie Abstand. Greifen Sie nicht ein und nehmen Sie die Tiere keinesfalls mit. Die Eltern sind meist in der Nähe und kümmern sich um ihren Nachwuchs.
Anders verhält es sich bei sehr jungen Vögeln, die noch kein oder nur ein unvollständiges Gefieder haben und offensichtlich aus dem Nest gefallen sind. Diese sollten möglichst nicht mit bloßen Händen angefasst werden. Falls es möglich ist, setzen Sie den Jungvogel vorsichtig mit handelsüblichen Gummihandschuhen zurück ins Nest, welches sich in den meisten Fällen in unmittelbarer Nähe befindet.
Auch Nistkästen sollten nicht geöffnet oder gestört werden. Ein Blick aus Neugier kann dazu führen, dass die Altvögel ihr Nest verlassen.
Die Vogelfreunde bitten alle Naturbesucher um Rücksicht: Mit etwas Abstand und Ruhe helfen Sie am besten, damit die jungen Vögel sicher aufwachsen können. Versuche, einen Jungvogel selbst aufzuziehen, sind sehr aufwendig und leider oft nicht erfolgreich.


