Schwetzingen und Hausen im Wiesental, im Landkreis Lörrach, sind durch die Lebensdaten und das Wirken des berühmten Dichters und ersten Prälaten Badens, Johann Peter Hebel, eng verbunden.
Für seine umfänglichen Verdienste im Bereich der Heimatforschung und Brauchtumspflege erhielt Dr. Volker Kronemayer die Hebel-Gedenkplakette 2026. In einem feierlichen und abwechslungsreichen Festakt überreichte nun Bürgermeister Philipp Lotter in Hausen im Wiesental die diesjährige Hebel-Gedenkplakette und Urkunde an Dr. Volker Kronemayer, der sich laut Auswahlkommission in herausragender Weise seit Jahrzehnten um die Erforschung, Dokumentation und Vermittlung des Lebens und Wirkens von Hebel und des alemannischen Sprachguts verdient gemacht hat. Es ist ein ganz besonderes Jahr, in dem Kronemayer diese hohe Auszeichnung erhält, betonte Bürgermeister Lotter, so jährt sich doch der Tod des berühmten Dichters und ersten Prälats Badens zum 200. Mal und zum 100. Mal findet das Hebelgedenken in Schwetzingen statt.
Laudatorin Gundula Sprenger, Erste Vorsitzende der Badischen Heimat Ortsgruppe Schwetzingen, stellte die umfangreichen Verdienste Kronemayers um die badische Heimat- und Kulturgeschichte von 1984 bis heute vor. Seine Tätigkeit als Zweiter Landesvorsitzender des Vereins Badische Heimat, seine Mitwirkung beim Arbeitskreis Heimatpflege beim Regierungspräsidium Karlsruhe und seine Vertretung im Dachverband Bund Heimat und Umwelt sowie seine zahlreichen Publikationen in Zeitschriften auf Landes- und Bundesebene haben zur Würdigung beigetragen. Seine Forschungen haben darüber hinaus viel, ja Maßgebliches zur Bekanntheit Hebels hier in Schwetzingen und Nordbaden geleistet. So wird auf Kronemayers Initiative seit mehr als 30 Jahren nach dem Gedenken am Grab beim anschließenden Hebeltrunk der Hebel-Preis an Schwetzinger Schülerinnen und Schüler für besonderes soziales Engagement verliehen.
Kronemayer und Sprenger sind sich der Aktualität Hebels sicher. Denn angesichts internationaler Konflikte und steigender Aggressionen finden sich in den Hausfreund-Erzählungen Merksätze, die zum Nachdenken anregen. So heißt es beispielhaft in Hebels „Der Husar in Neiße“, der sich auf die Auseinandersetzungen von 1788 und 1806 zwischen Preußen und Frankreich bezieht: „Man muss in der Fremde nicht tun, worüber man sich daheim nicht darf finden lassen.“ Und „Es gibt Untaten, über die kein Gras wächst.“ Hebel verfolgte laut Sprenger eine christlich-pädagogische geprägte Aufklärung von unten, von der Basis der Gesellschaft aus.
In Schwetzingen findet zum 200. Todestag um den 26. September eine umfangreiche Hebelwoche statt mit wissenschaftlichem Symposium, einem Poetry Slam mit Vernissage von Schülern und Schülerinnen des Hebel-Gymnasiums, eine Lesung, ein Festvortrag mit dem bekannten Literaturkritiker Denis Scheck und eine große Gedenkveranstaltung am Hebelgrab, zu der Bürgermeister Philipp Lotter mit einer Delegation aus Hausen, Lörrach und Basel erwartet wird. Freuen darf man sich auch schon auf die bekannten Hebelmusiker aus Hausen und die musikalischen Beiträge des hiesigen Schüler-Chors des Hebel-Gymnasiums. Das gesamte Programm erhalten Sie in der Stadtbücherei Schwetzingen, in der Tourist Information oder online unter www.schwetzingen.de. (red)


