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Vernissage an der vhs: „Lichtspuren – Farbwege“

Natur im Spannungsfeld der Kunst Unter dem Titel „Lichtspuren – Farbwege“ zeigen Marcus Thomas und Sabine Schreier in der VHS Südliche Bergstraße...
(v.l.n.r.:) Christian Eder von der vhs, Künstler Marcus Thoma und Künstlerin Sabine Schreier bei der Vernissage in der vhs Südliche Bergstraße.
(v.l.n.r.:) Christian Eder von der vhs, Künstler Marcus Thoma und Künstlerin Sabine Schreier bei der Vernissage in der vhs Südliche Bergstraße.Foto: aot

Natur im Spannungsfeld der Kunst

Unter dem Titel „Lichtspuren – Farbwege“ zeigen Marcus Thomas und Sabine Schreier in der VHS Südliche Bergstraße Fotografien und Malerei über die Schönheit der Natur und ihre Gefährdung.

Drei winzige, unbedeutend aussehende Menschen bewundern am Horizont die aufgehende Sonne, die Meer und Himmel gleichermaßen rot erglühen lässt. Daneben tosende, schaumgekrönte Meereswellen, bei denen die Betrachter neben Schönheit und Vielfalt auch die zerstörerische Gewalt des Meeres und ihre zerstörerischen Kräfte, die in der Natur verborgen sind, geradezu spüren. Hier stehen sich Bilder gegenüber, die einerseits von Marcus Thomas mit dem Fotoapparat festgehalten wurden, auf der anderen Seite ein mit Acrylfarben gemaltes Werk seiner Frau Sabine Schreier.

Morbider Charme

Thomas will berührende Natur genauso abbilden, wie er sie gerade sieht, spontan und immer auf der Suche nach dem magischen Moment. Genauso fasziniert ist er vom morbiden Charme einer untergehenden Umwelt – wie beim Bild einer verlassenen Tankstelle. Er setzt nur sehr behutsam Bearbeitungsprogramme zur Gestaltung oder Verfremdung seiner Fotos ein, arbeitet vor allem mit Langzeitbelichtungen, um den Fluss der Zeit sichtbar zu machen. Einmal reicht eine Viertelsekunde, manchmal braucht es eine ganze Stunde. Beeindruckend, wie er so die Bewegung der Sterne am Nachthimmel festgehalten hat.

„Invasive Art“ des Menschen

Sabine Schreiers Arbeiten sind Momentaufnahmen der Gegenwart, in der der Mensch zur „invasiven Art“ wird, wie sie es selbst ausdrückt. Wälder werden gerodet, Wasserläufe umgeleitet, Plastik vermüllt die Meere und Landschaften veröden. Dies zeigt sie in ihren Bildern nicht nur gemalt, sondern auch indem sie „malfremde“ Stoffe wie Plastik, Papier und Stoff als gestaltende Elemente integriert. Der Betrachter soll innehalten, genau hinsehen und das Ungewohnte wahrnehmen.

Abbild der Natur

Auch sie fotografiert, allerdings sieht sie die Fotografie als Abbild der Natur, die für sie Anregung und Ausgangspunkt für ein Werk ist und in dem einfließt, was sie gedanklich beschäftigt. Während der Umsetzung experimentiert sie in einem kreativen Prozess mit Formen und Farben und Materialien wie Sand, Asche und Steinmehl, bis sie mit dem Produkt zufrieden ist. Dies hat oft mit der ursprünglichen Fotografie nichts mehr zu tun.

Untergang der Welt

Die Werke beider Künstler zeigen ein spannungsvolles Zusammenspiel aus Licht und Material, aus Lichtspur und Farbe. Jeder beschreibt mit seinen künstlerischen Mitteln und seiner ganz speziellen Sichtweise die Welt heute, in ihrer Schönheit und Ausstrahlung, aber auch die Gefahr, dass dies alles untergeht, wenn der Mensch so weiterlebt, wie er es zurzeit tut.

Schreiers Werdegang

Seit 2006 hat Sabine Schreier in der Region einige Einzelausstellungen gezeigt, darunter auch in der Heidelberger Galerie Melnikow, außerdem mit Künstler-Kollegen und -Kolleginnen Gemeinschaftsausstellungen mit ganz unterschiedlichen Themen veranstaltet. So die „Art & Eros“ im Palatin und in der Orangerie des Schwetzinger Schlosses. Zudem hat sie bei der Gestaltung von Themenzimmern in Hotels und bei der Veröffentlichung von Kalendern mitgewirkt.

Weg von Thomas

Marcus Thomas, selbstständiger Fotograf und 1. Vorsitzender der Fotofreunde Östringen, begleitet die Fotografie schon sein Leben lang, zuerst durch Dokumentationen, dann emotional künstlerisch. Dabei ging sein Weg über die Spiegelreflexkamera und die Dunkelkammer bis zur digitalen Fotografie und der Bearbeitung am PC. Das Ehepaar gibt schon seit 2016 Kurse bei der Wieslocher VHS. Ihre aktuelle gemeinsame Ausstellung ist Teil einer ganzen Serie, in der Dozentinnen und Dozenten ihren Schülerinnen und Schülern, wie auch der Öffentlichkeit, ihr individuelles künstlerisches Schaffen vorstellen.

Schon die Vernissage am vergangenen Freitag war ein großer Erfolg. Vor den Bildern drängten sich interessierte Gäste, und bei der Begrüßung durch die Leiterin der vhs Dr. Anna Gisbertz und Christina Eder, die die Kreativsparte leitet, reichten die bereitgestellten Stühle kaum aus. Thomas (Saxophon) und Uwe Stang (Trompete) umrahmten die Veranstaltung musikalisch, ihnen wurde mit kräftigem Applaus gedankt. Die Ausstellung kann noch bis Freitag, 24. April, während der Öffnungszeiten der VHS besucht werden. (aot)

Erscheinung
exklusiv online
von Redaktion NUSSBAUMRedaktion NUSSBAUM
02.02.2026
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