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Vernissage in der Galerie im Schloss: Lichtdurchzogene Seele

Gold hat für Andreea Dragoescu offenkundig eine besondere Bedeutung. So lässt sich zumindest erklären, dass gerade diese Farbe eine zentrale Rolle...
Andreea Dragoescu mit ihrem Bild „Sea of Time“, einem Großformat, wie die Künstlerin sie liebt.Foto: cs

Gold hat für Andreea Dragoescu offenkundig eine besondere Bedeutung. So lässt sich zumindest erklären, dass gerade diese Farbe eine zentrale Rolle in ihren Werken spielt. Zu sehen sind die seit vergangener Woche in der Ausstellung „Seelenlandschaften“ in der Galerie im Schloss.

„Gold fängt das Licht ein“, sagt Dragoescu über ihre Leidenschaft für jene Farbe, die für sie auch für Licht selbst steht. Und das ist in ihren Werken auf ganz unterschiedliche Weise zu sehen. Mal scheint Altes aufzubrechen, um Neuem, Lichtreichem, Platz zu machen. An anderer Stelle scheint es wie ein Strom der Hoffnung zu sein, der ihr Bild durchzieht. Und in wieder anderen Werken steht es für Sonnenaufgang oder den Frühling. Das alles sieht man bei einem Rundgang im Rahmen der Vernissage, die Sängerin Annelie Moreira und die Band Los Musqueteros musikalisch mitgestalten. Derweil erzählt die Künstlerin selbst davon, was die in Hemsbach gezeigten Werke verbindet – und gibt einen Einblick in ihren Werdegang.

Auflösen und wiederfinden

Malen gehört für Dragoescu in ihr Leben wie das Atmen. „Ich war schon als Kind bekannt dafür, alles vollzukritzeln“, erzählt sie. Ein Großteil dieser Kindheit verbrachte sie in ihrem Heimatland Rumänien, ehe die Eltern mit ihr in die USA gingen, um dann in Deutschland sesshaft zu werden. Heidelberg wurde zur Heimat der Spätaussiedler. Und für Tochter Andreea die Farbe zur Landschaft einer Heimat. „Ich löse mich in der Farbe auf und finde mich auf der Leinwand wieder“, sagt sie. Die Worte sind in Teilen durchaus wörtlich zu nehmen.

Psychologische Wirkung

Ein Video zeigt die Entstehung ihrer Werke. Dragoescu, die aus einem Eimer Farbe auf die Leinwand fließen lässt, es durch Anheben sich vermischen lässt, mit einem breiten Spachtel nacharbeitet. Und dann sieht man sie auf dem Rücken liegend. Auf der Leinwand, inmitten der Farbe, auf Tuchfühlung gehend, dem Bild einen ganz eigenen Effekt gebend. „Es ist ein Spiel mit Zeit, Farbe und Zufall“, sagt sie über den Prozess, in dem ihre Leinwände sich von Weiß zu farbig verändern. Es sei auch ein Spiel mit der Farbpsychologie. Etwas, das sie aus ihrem Beruf in ihr künstlerisches Werk einfließen lässt. Dragoescu ist ausgebildete Grafikdesignerin und diplomierte Designerin. Sie weiß um die Wirkung, die Farben auf Betrachter haben.

Landschaften im Inneren

Die Motive bleiben bei der Heidelberger Künstlerin abstrakt. „Ich kann auch richtig malen“, lacht sie. Doch Abstraktion sei die Kunstart, die ihr am nächsten komme. Es geht ihr auch weniger um die Darstellung des deutlich Sichtbaren. Vielmehr nimmt sie die Besucher mit auf eine Reise in unbekannte Gefilde, die es zu erfühlen, zu erforschen gilt. Das spiegelt sich im Titel der Ausstellung wider. „Seelenlandschaften sind die Landschaften, die in einem selbst wohnen“, erklärt sie. Damit ist sie kein Ort auf einer Landkarte, sondern nur im Inneren zu finden. Aufgrund ihrer eigenen Biografie lässt die Künstlerin keinen Zweifel daran, dass ihr diese Seelenlandschaft wichtig ist. Es geht ihr um Zugehörigkeit und Heimat. Diese Gedanken lässt sie in ihre Bilder einfließen. Und so geht es nicht darum, ein klares Bild zu erschaffen, sondern vielmehr darum, Menschen einen Impuls zu geben, der – im besten Fall – einen Zugang zu deren ganz eigener Seelenlandschaft öffnet. Damit sind die Werke der gebürtigen Rumänin eine durchaus spirituelle Kunst.

Bis Juli zu bewundern

Zwar darf der Besucher nach jener Seelenlandschaft suchen, die, wie Dragoescu sagt, jener Ort ist, an dem man sich geborgen fühlt und seinem Sinn entspricht. Man darf aber genauso die Bilder einfach auf sich wirken lassen und sich an den vielfältigen Farben sattsehen. Gelegenheit dazu besteht bis einschließlich 10. Juli während der Öffnungszeiten des Rathauses. Die sind montags bis freitags von 8.30 Uhr bis 12 Uhr, dienstags von 14 bis 15.30 Uhr und donnerstags von 14 bis 18 Uhr. (cs)

Der Kontrast zwischen Dunkel und Hell und eine Quelle, die Licht ins Werk lässt, findet sich immer wieder in den Bildern der Heidelbergerin.Foto: cs
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von Redaktion NUSSBAUMRedaktion NUSSBAUM
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