Für vier Projekte, teils in städtischer Hand, teils getragen durch Vereine und Privatpersonen, traf jüngst der Förderbescheid von LEADER Heckengäu ein. Mit diesen Mitteln kann in vier Stadtteilen etwas bewegt werden.
Am 16. April fand eine Auswahlsitzung des LEADER Heckengäu-Vorstands statt. Über neun Projekte galt es zu diskutieren. Die 350.000 Euro, die im Fördertopf zur Verfügung standen, reichten bei weitem nicht aus, um alle zu bedienen. Umso erfreulicher ist es, dass Projekte aus dem Wildberger Stadtgebiet in so großer Zahl zum Zug kamen.
„Angesichts der Projekte hätten wir mehr als doppelt so viel Fördergelder benötigt als zur Verfügung standen“, so LEADER-Heckengäu-Vorstandsvorsitzender Martin Wuttke. LEADER ist ein Förderprojekt der Europäischen Union und steht für „Liaison entre actions de dveloppement de l‘conomie rurale“. Kurz gesagt geht es um die Entwicklung und Stärkung des ländlichen Raums. Eingereichte Projekte werden durch den Vorstand in verschiedenen Kategorien bewertet, zum Beispiel für Regionalität, Nachhaltigkeit oder Gemeinwohl. In der Regel erhalten die Projekte im Rahmen der Förderung 40 bis 60 Prozent ihrer Kosten über LEADER in Form einer Förderung erstattet.
Zur Gebietskulisse von LEADER Heckengäu gehören mehrere Kommunen aus dem Landkreis Calw, dem Landkreis Böblingen, dem Enzkreis und dem Landkreis Ludwigsburg. Weitere Informationen zu LEADER Heckengäu und den Fördermöglichkeiten gibt es online unter www.leader-heckengaeu.de.
Von Nahversorgung bis erlebbare Geschichte:
Inklusiver Spielplatz zwischen Effringen und Schönbronn
Für den erforderlichen Neubau eines Hochbehälters in Effringen musste ein kleiner Spielplatz weichen. Deshalb war die Stadtverwaltung auf der Suche nach einem Standort für eine Alternative. Die Ortsvorsteherinnen Lena Huber und Anna-Lena Seeger schlugen aufgrund von Rückmeldungen aus der Bevölkerung vor, einen inklusiven Spielplatz zu errichten, der Spielgeräte für Familien mit Kindern in verschiedenen Altersgruppen bieten soll. Von Seiten der Stadtverwaltung nahm Till Brieger vom Fachbereich Planen und Bauen das Projekt in die Hand. Mit viel Engagement kümmerte er sich um die Antragstellung sowie die Koordination zwischen den Ortsvorsteherinnen, der Stadtverwaltung und LEADER.
In einer Projektgruppe aus Ortschaftsräten, Gemeinderäten, Eltern mit Kindern in verschieden Altersklassen sowie einer sonderpädagogischen Fachkraft entstand ein Konzept für einen inklusiven Spielplatz, das mit einem Fachplaner konkretisiert wurde. Mit der Fläche neben der Schönbronner Halle war auch schnell der perfekte Platz gefunden.
Der inklusive Gedanke gefiel auch den Fördermittelgebern von LEADER Heckengäu. Sie bewilligten einen Zuschuss in Höhe von rund 140.000 Euro. „Wir freuten uns natürlich sehr, als wir die Zusage erhalten haben“, so Lena Huber und Anna-Lena Seeger, „und sind voller Tatendrang für die Umsetzung.“
Nahversorgung in Effringen
In Effringen plant Christopher Müller einen Nahversorgungsladen in der ehemaligen Volksbank-Filiale, der als 24/7-Laden nicht nur die Grundversorgung sichern, sondern zur Belebung der Ortsmitte beitragen soll. Das Sortiment wird von regionalen Lieferanten stammen und Artikel des täglichen Bedarfs umfassen. Der Einkauf läuft vollständig digital. Momentan laufen die Gespräche mit großen Franchise-Anbietern, die ein verlässliches System zur Verfügung stellen und für humane Preise sorgen können. LEADER stellt hierfür rund 32.000 Euro an Zuschuss zur Verfügung.
Das Reisebüro und die Wohnmobilvermietung Müller bauen derzeit einen neuen Geschäftsstandort im Effringer Gewerbegebiet „Waldäcker“. Sobald dieser fertig ist, beginnt der Umbau der derzeit übergangsweise genutzten Volksbank-Räume. Zum 1. Januar 2027 soll der Laden seine Türen öffnen. Wer sich mit Ideen und Anregungen einbringen möchte, kann sich gerne mit dem Verein Unser Effringen in Verbindung setzen.
Inklusives Sportheim in Sulz am Eck
Der Sportverein Sulz am Eck wandelt sein bisheriges Sportheim in ein inklusives, generationenübergreifendes Vereinsheim um und erhält dafür Fördermittel in Höhe von rund 104.000 Euro. Das Motto: „Offen für alle. Fit für die Zukunft.“ Der Verein plant die Transformation zu einem „regional Hub“, also einer Begegnungsstätte für jedermann. Dazu gehören ein gastronomisches Angebot, multifunktionale Gast- und Vereinsräume, eine moderne Gebäudetechnik zur Reduktion von CO2 sowie eine barrierefrei zugängliche Außenanlage. Die Ehrenamtlichen werden in die Erreichung dieses Ziels einiges an Eigenleistung stecken, zudem wird der Restbetrag mitunter über Mitgliederdarlehen und Spenden finanziert. Extern vergebene Arbeiten werden regionale Handwerksbetriebe übernehmen. Durch diese Maßnahme hofft der Verein zudem, sein bisher 25 Jahre durchgängig verpachtetes Sportheim wieder einem engagierten Gastronomen anvertrauen zu können.
Historischer Ortsrundgang durch Sulz am Eck
Aus der LEADER-Kleinstprojekte-Förderung geht ein Zuschuss von 80 Prozent der Kosten an die Gestaltung eines historischen Ortsrundgangs durch Sulz am Eck. Mit Unterstützung von Heide und Rolf Dittus gestaltet die Abteilung Kultur und Tourismus elf Tafeln, die interessante Infos zu verschiedenen örtlichen Besonderheiten bieten.