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Nach Beschluss im Gemeinderat

Völkersbach: AG Verkehr begrüßt Beschluss zur Tempo-30-Zone

Tempo 30 kommt nach Jahren der Debatte in Völkersbach. Wie groß sind die Folgen für Busse wirklich und warum widerspricht die AG Verkehr?
Tempo 30 kommt nach langem Engagement nach Völkersbach. Die AG Verkehr begrüßt diese Entwicklung.Foto: ollo/E+

Die AG Verkehr Völkersbach begrüßt ausdrücklich den Beschluss des Gemeinderats vom Mittwoch, 6. Mai, zur Einführung einer flächendeckenden Tempo-30-Regelung in den Gemeindestraßen Völkersbachs. „Nach jahrelanger Diskussion und intensiver fachlicher sowie bürgerschaftlicher Vorarbeit wurde damit eine zentrale verkehrspolitische Maßnahme umgesetzt“, betont die AG in einer Mitteilung.

Mit der Entscheidung werde der Mitteilung zufolge ein wichtiger Schritt hin zu mehr Verkehrssicherheit, höherer Aufenthaltsqualität sowie besseren Bedingungen für den Fuß- und Radverkehr im Ort vollzogen. Die Maßnahme trage damit einer Entwicklung Rechnung, die in vielen Kommunen längst Standard sei.

Kritik an Schilderung des KVV

Im Rahmen einer Anhörung, welche durch die Gemeindeverwaltung lediglich freiwillig erfolgte, waren zuvor seitens der Verkehrsplanung der Karlsruher Verkehrsbetriebe Bedenken hinsichtlich möglicher Auswirkungen auf den Busverkehr geäußert worden. Zuvor berichteten die BNN.

Bei der Anhörung wurde unter anderem vor „erheblichen“ Fahrzeitverlusten, möglichen Auswirkungen auf Anschlüsse sowie theoretischen jährlichen Mehrkosten und Angebotskürzungen gewarnt, wie die AG Verkehr weiter mitteilt. Diese Einschätzungen stehen aus Sicht der AG jedoch in keinem angemessenen Verhältnis zur konkreten örtlichen Situation.

So argumentiert die AG Verkehr

Die von der Maßnahme zusätzlich betroffene Strecke umfasse den Argumenten der AG zufolge lediglich rund 175 Meter in der Bergfeldstraße. Dieser Abschnitt sei aufgrund der deutlichen Steigung, zweier enger Abbiegevorgänge sowie der vorhandenen verbesserungswürdigen Fahrbahnsituation bereits heute nicht durchgängig mit 50 km/h befahrbar. Die übrigen vom Linienverkehr genutzten Straßenabschnitte sind bereits heute als Tempo-30-Strecken ausgewiesen oder bleiben unverändert bei Tempo 50.

Vor diesem Hintergrund würden die im Raum stehenden Szenarien zu „erheblichen“ Fahrzeitverlusten oder möglichen Auswirkungen auf den Linienbetrieb deutlich überzeichnet, argumentiert die AG Verkehr. Verkehrswissenschaftliche Erkenntnisse würden seit Jahren zeigen, dass die Umstellung auf Tempo 30 im innerörtlichen Bereich in der Regel lediglich marginale Zeitverluste im Bereich weniger Sekunden pro Abschnitt für den Buslinienverkehr verursache. Für den konkreten Abschnitt ergebe sich demnach eine Größenordnung von etwa vier Sekunden zusätzlicher Fahrzeit.

„Klares Signal gesetzt“

„Bemerkenswert“ findet die AG Verkehr, dass der Gemeinderat diese Fragestellung in seiner Abwägung sachlich eingeordnet und die Maßnahme mit großer Mehrheit bei lediglich einer Enthaltung beschlossen hat. „Damit wurde ein klares Signal gesetzt: Verkehrssicherheit und Lebensqualität im Ort werden höher gewichtet als theoretische, im konkreten Fall kaum relevante Zeitverluste im Sekundenbereich“, heißt es von der AG Verkehr.

Großer Dank an alle Beteiligten

Nach Auskunft der Gemeindeverwaltung könne die Umsetzung der Maßnahme voraussichtlich kurzfristig erfolgen. Der konkrete Zeitpunkt hänge unter anderem davon ab, ob die Ausführung extern vergeben werden müsse, teilt die AG Verkehr mit. Die AG bedankt sich ausdrücklich bei allen Beteiligten, die diesen Prozess über Jahre hinweg begleitet und eine sachliche wie konstruktive Entscheidungsfindung ermöglicht haben.

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