Nach und nach trafen die interessierten Vogelfreunde am vereinbarten Treffpunkt in Unterbrüden ein. Schon hier zeigten verschiedene Vögel lebhafte Aktivitäten. Die Anwesenden wurden im Namen des NABU Backnang begrüßt, und plötzlich war es auffallend still. Nahezu alle Vögel waren verstummt. Selbst die Mönchsgrasmücke, die gerade eben noch lautstark den Platz beschallte, hielt ihren Schnabel. Diese schüchterne Zurückhaltung blieb während fast der ganzen Führung erhalten.
Dennoch hielt die Natur einzelne Überraschungen parat. Ein Grünfink, dessen Art durch eine Krankheit vor einigen Jahren reduziert worden war, saß von der Morgensonne angestrahlt hoch auf dem Ast einer Birke und machte mit seinem Gesang auf sich aufmerksam.
Und tatsächlich hörten wir erstmals auf einer Streuobstwiese in Unterbrüden den Reviergesang zweier Wendehälse.
Häufig war der Stieglitz (Distelfink) zu hören und auch zusehen. Er tritt gerne in Gruppen auf, was leicht zu großen Zahlen bei der Erfassung der Individuen führt.
Bei der Auswertung der Sichtungen waren alle Teilnehmenden erstaunt, dass trotz der gefühlten spärlichen Präsenz der Vögel dennoch 35 verschiedene Arten verzeichnet werden konnten. Es waren eben dieses Mal oft nur Einzelexemplare. So stellte sich am Ende doch ein zufriedenes Gefühl beim Ergebnis der diesjährigen Vogelführung ein.


