Vogelkonzert am frühen Morgen – Vogelstimmenwanderung des Obst- und Gartenbauvereins und der Naturfreunde Jöhlingen
Fast 35 Interessierte waren der Einladung des Obst- und Gartenbauvereins und der Naturfreunde Jöhlingens zu einer Vogelstimmenwanderung am frühen Morgen gefolgt.
Im „Wonnemonat“ Mai zeigt sich die Natur von ihrer buntesten und schönsten Seite. Zu diesem Zeitpunkt sind auch alle Zugvögel nach Mitteleuropa zurückgekehrt und machen sich mit dem allmorgendlichen Vogelkonzert bemerkbar.
Unter Führung von Dr. Andreas Arlt streifte die Gruppe vom Naturfreundehaus über Wiesenwege durch das Wasserschutzgebiet in Richtung Weingarten, um die vielfältige Vogelwelt in dieser extensiv genutzten und reich gegliederten Landschaft zu erkunden.
So dominierten an diesem Morgen vor allem die flötenden Gesänge der Mönchsgrasmücke und die Melodie der Amsel das Konzert, in das gelegentlich der Zilpzalp, das Rotkehlchen, die Rabenkrähen, der Zaunkönig, die Blau- und Kohlmeisen, die Ringeltaube sowie der Schlag der Nachtigallen einstimmten.
Eher seltener setzen der Gartenrotschwanz und die Gartengrasmücke, zwei Langstreckenzieher, der Bunt- und Schwarzspecht sowie die Dorngrasmücke ein. Eine besondere Attraktion stellten eine Schwanzmeisenfamilie mit bereits flüggen Jungvögeln und der Gesang des Sommergoldhähnchens, einem Vogel vom Gewicht einer 20-Cent-Münze, dar oder auch der plätschernde Gesang der Heckenbraunelle.
Als besonders herausfordernd empfanden die Teilnehmenden eine Stimme aus dem Orchester herauszuhören, insbesondere wenn diese kurz und von den anderen überdeckt zu hören ist.
Um den Teilnehmenden dies zu vereinfachen, spielte Andreas Arlt die jeweiligen Stimmen zusätzlich über die NABU-App ab und illustrierte die Vogelart mithilfe von Farbzeichnungen.
Gedacht wurde auch den Vogelstimmen, die heute nur noch selten zu hören sind und noch vor wenigen Jahrzehnten das Konzert bereicherten, wie die Feldlerche, die Grauammer, die Turteltaube, das Braun- und Schwarzkehlchen oder alle auf feuchte Gebiete angewiesenen Vögel, wie der Kiebitz oder die Rohrammer. Für diese Vogelarten wurden die Lebensräume durch die menschliche Landnutzung soweit zerstört, dass die Populationen erloschen oder stark geschrumpft sind.
Die Wanderung klang bei einem gemeinsamen Frühstück im Naturfreundehaus aus.
Aufgrund der guten Resonanz planen der OGV Jöhlingen und die Naturfreunde Jöhlingen, auch im kommenden Jahr wieder zur Vogelstimmenwanderung einzuladen.

