Die „Real Comedian Harmonists“ begeisterten am vergangenen Sonntag, den 29. Dezember, das Publikum im Kursaal in Bad Wildbad. Mittlerweile sind sie eine feste Größe im Wildbader Kulturleben und gastierten bereits zum vierten Mal in der Kurstadt. Erstmals fand der Auftritt im schönen Jugendstilkurhaus statt. Das Sextett passte sich den neuen Gegebenheiten klanglich, gesanglich und tänzerisch mühelos wie immer an und präsentierte ein exquisites Weihnachtsprogramm, das keine Wünsche offen ließ.
Ein fiktives Orchester aus sechs Kehlen
Das Wildbader Publikum durfte sich nach einem fulminanten Konzert noch ein Stück wünschen: Es wurde Rossinis Ouvertüre zum „Barbier von Sevilla“. Das Orchester wurde blendend dargestellt von den sechs A-Cappella-Künstlern, die mit der Zunge, den Lippen, der Stimme und dem Zwerchfell eindrucksvoll und virtuos das fiktive Orchester mimten. Es war ein Augen- und Ohrenschmaus erster Güte, für den es brandenden Applaus gab.
Zu Beginn präsentierten sich die sechs Musiker mit dem traditionellen Weihnachtslied „Süßer die Glocken“, gänzlich untraditionell arrangiert, herrlich frei und unkompliziert. Ebenso luden „Let it snow“, „White Christmas“ und „Leise rieselt der Schnee“ zum perfekten Weihnachtstraum ein.
Stepptanz und hohe Anschlagskultur
Zwischenzeitlich gab es eine kleine Mozarteinlage des fabelhaften Pianisten und Arrangeurs Florian Fries, bei der er seine hohe Anschlags- und Spielkultur eindrucksvoll in Szene setzte. Zudem konnte man eine Stepptanz-Einlage zweier Herren bewundern, die sich dabei offensichtlich sehr wohl fühlten. Auch eine Eigenkomposition des Pianisten, „Hell ist die Nacht“, erklang, die dem Konzert den Titel verlieh. Weiter ging es mit „O Tannenbaum“, das natürlich in keinem Weihnachtsprogramm fehlen darf.
Farbwechsel auf der Bühne
Besonders subtil und besinnlich interpretierten Tobias Rusnak, Loic Schlentz, Michael Rapke, Lenard Koka, Tobias Hagge und Florian Fries am Flügel das Lied „Schlaf’, mein Kind“. Diesmal schlüpften sie in rote Jacketts und betonten die gemütliche Seite der Weihnachtszeit. Nach der Pause kehrten sie in weißen Fracks zurück und sangen „Rudolph, the Red-Nosed Reindeer“ sowie „Frosty, the Snowman“. Rhythmisch pointiert und intonationssicher sorgten sie dafür, dass man auch nach den Feiertagen noch einmal in totale Weihnachtsstimmung verfiel.
Stimmakrobatik zum Finale
Es folgten „The Little Drummer Boy“ in einem stimmungsvollen Arrangement sowie ein gefühlvolles „Halleluja“ von Leonard Cohen. Das Publikum war hin und weg und klatschte begeistert. Hier sah man wieder einmal mehr, wie die sechs Herren absolut in der komfortablen Lage sind, das Publikum zu verzaubern. Sie dankten es den Gästen mit dem Gassenhauer der früheren Comedian Harmonists „Mein kleiner grüner Kaktus“, hinreißend gesungen mit wahrer Stimmakrobatik. (as/red)