
Mitte Februar ging es in Pforzheim um die Qualifikation zu den Deutschen Meisterschaften der Altersklasse U18. Mit dabei waren zwei Sportlerinnen des BC Hemsbach. Latika Volk und Sophia Kaiser wollten beweisen, dass sie das Zeug haben, um an der Spitze mitzukämpfen.
Sophia Kaiser durfte den Start machen. Sie trat in der Gewichtsklasse bis 57 kg an und traf dort auf zwei bayrische Gegnerinnen. In ihrem ersten Kampf stand ihr eine Gegnerin aus Puchheim gegenüber. Sophia startete motiviert in den Kampf, doch merkte schnell, dass ihre Gegnerin ruppiger kämpfte. Um diesem Kampfstil entgegenzuwirken, erkämpfte sich Sophia ihren Griff und versuchte damit, die Kontrahentin auf Abstand zu halten. Doch zu ihrem Pech wurde sie von einer Kombination aus O-uchi-gari und einem Seoi-otoshi überrascht. Dadurch lief sie einem Yuko (kleinste Wertung) Rückstand hinterher. Im Boden versuchte sich Kaiser noch zu verteidigen, jedoch schaffte es die Puchheimerin, einen Armhebel zu erarbeiten. Die Hemsbacherin war gezwungen abzuschlagen und musste damit den Kampf an die Gegnerin abgeben.
Doch damit war es für sie noch nicht zu Ende. Sie bekam noch eine Chance in der Hoffnungsrunde. Nach einer kurzen Pause durfte sie erneut gegen eine bayrische Sportlerin an den Start gehen. Auch hier konnte Kaiser ihren Griff erkämpfen, doch ihre Gegnerin dominierte sie mit einem unangenehmen Nackengriff. In einem Moment der Unachtsamkeit gerieten beide in den Bodenkampf. Ihre Gegnerin nutzte dies für sich, indem sie einen Würger ansetzte, welchem sich Sophia geschlagen geben musste. Die zweite Niederlage bedeutete für Kaiser das Ausscheiden aus dem Turnier.
Latika Volk war im späten Block. Sie ging bis 63 kg an den Start. In ihrer ersten Begegnung erwartete sie ein wilder Griffkampf, welchen sie mit Ruhe für sich entscheiden konnte. Ungünstigerweise konnte die Gegnerin Latika mit einem Überraschungsangriff ins Stolpern bringen und einen Yuko erzielen. Aufgewühlt davon, ließ sich das Hemsbacher Aushängeschild dennoch nicht von ihrer Linie abbringen. Sie setzte erneut den Griff durch und konterte einen gegnerischen Angriff mit O-soto-gaeshi. Sie nutzte den Übergang zum Boden und schloss mit Kesa-gatame den Kampf vorzeitig siegreich ab.
In der zweiten Runde stand ihr eine kräftige Kontrahentin gegenüber. Volknutztee einen O-uchi-gari klug und ging nach rund 30 Sekunden mit Waza-ari in Führung. Anschließend konnte ihre Gegnerin einen überhasteten Angriff kontern und erzielte einen Yuko. In der dritten Aktion wurde es erneut brenzlig, doch Latika behielt die Spannung und erzielte Ippon mit O-uchi-gari.
Im Halbfinale traf die Hemsbacherin auf eine gute Sportlerin aus Bayern. Latika setzte stark ihren Griff durch und konterte einen schwachen Angriff der Gegnerin mit O-uchi-gari. Wie im ersten Kampf erhielt sie einen Waza-ari und nutzte den Übergang zu Kesa-gatame zum Sieg.
Zur Krönung des Tages stand das Finale an. Latika nutzte eine neue Griffstrategie und war dadurch direkt am Drücker. Als ihre Gegnerin um die Hüfte fasste, war für Latikas O-uchi-gari alles vorhanden und sie erzielte die Führung per Yuko. Auch am Boden blieb sie dran und zeigte ihre Dominanz. Als es im Stand weiterging, verließ Latika nach knapp drei Minuten ihre Linie und das Unglück nahm seinen Lauf. Zuerst erhielt sie eine Strafe durch einen Fehler der Kampfrichter. Diese verteilten eine Passivitätsstrafe an die falsche Sportlerin. Aufgrund eines eigenen Fehlers, welche mit dem Verlassen der eigenen Taktik zusammenhing, erhielt Volk eine zweite Strafe. Nach einer unglücklichen und strittigen Situation verteilten die Kampfrichter die letzte Strafe an die kampfbestimmende Hemsbacherin, was die Niederlage bedeutete. Sichtlich geknickt schlug sie die Hände vor dem Gesicht zusammen und musste sich mit dem Vize-Titel begnügen. Der reichte aber, um das Ticket für die Deutschen Meisterschaften zu lösen. (pm/red)