
„Haben Sie schon einmal proaktiv bei einem Bestatter angerufen und gefragt, was eine Beerdigung kostet?“ Als Roger Isailoff vom Bestattungsunternehmen Isailoff & Bolsinger aus Stuttgart diese Frage in der vollbesetzten Stadtbücherei Gerlingen stellte, blieb es ruhig. Aber warum eigentlich nicht: Im Vorfeld vergleichen, was es kostet, wenn man die letzte Reise antritt. Eines von vielen Tabuthemen, das an diesem Abend auf Einladung des Hospizdienst Gerlingen angesprochen wurde. Isailoff wurde von den Besuchern geradezu gelöchert: Wie verhindere ich für meine Angehörigen hohe Kosten, darf ich einen geliebten Verstorbenen noch einmal mit nach Hause nehmen, um in privater Atmosphäre Abschied zu nehmen und wenn ja, wie lange? Aus was besteht eigentlich eine Urne und wo ist der Unterschied zwischen einer Seebestattung in Deutschland und in der Schweiz? „Die Bestattungskultur ist Teil unserer Gesellschaft. Kinder tun sich dabei viel leichter, über Tod und Trauer zu reden“, so Isailoff an diesem Abend, zu dessen Gelingen auch Annette Maucher als Leiterin der Stadtbibliothek maßgeblich beigetragen hat. „Abschied vom Körper kann man nur einmal im Leben nehmen.“ Das im Kreise der Familie zu planen, macht es den Angehörigen im Nachgang oft leichter, die letzte Reise im Sinne des Verstorbenen zu organisieren. Vielleicht schreiben auch Sie einmal auf, wie Sie sich die eigene Beerdigung vorstellen.
Bei unserer nächsten Veranstaltung geht es um einen Letzte-Hilfe-Kurs, für den wir noch Plätze haben. Unter der Leitung unserer festangestellten Koordinatorin Christina Kutz gibt es wieder die Möglichkeit, sich das kleine 1x1 der Sterbe-Begleitung vermitteln zu lassen – und zwar am Mittwoch, 25. März, von 8.30 bis 12.30 Uhr sowie am 26. Mai von 14 bis 18 Uhr jeweils in den Räumen der Sozialstation, Gutenbergstraße 25. Es geht um das Umsorgen von Schwerkranken und sterbenden Menschen am Lebensende, um alle Themen rund um Sterben, Tod, Palliativversorgung und ambulante Unterstützung zu Hause, in der Nachbarschaft oder in der Pflegeeinrichtung. Christina Kutz vermittelt Basiswissen und Orientierung sowie einfache Handgriffe. Sterbebegleitung ist keine Wissenschaft, sondern praktizierte Mitmenschlichkeit, die auch in der Familie oder in der Nachbarschaft möglich ist. Wir freuen uns über Spenden.
Unser ehrenamtliches Angebot als Hospizdienst Gerlingen e. V. richtet sich an Schwersterkrankte und Sterbende sowie deren Angehörige. Wir sind ambulant unterwegs, wir kommen also zu Ihnen nach Hause oder in die Pflegeeinrichtung.
Um unser eigenes Angebot weiter auszubauen, sind wir dankbar für jede Unterstützung.
Spenden nehmen wir gerne unter DE73 6039 0300 0780 2030 03 entgegen.