Der zweite Wettflug des Jahres führte das Transportfahrzeug für Brieftauben der Reisevereinigung (RV) Mannheim Stadt und Land in das kleine und beschauliche Dorf Begnecourt im Departement Vosges. Die Region besticht nicht nur durch ihre idyllische Lage in den Vogesen, sondern auch historisch vor allem als Geburtsstätte von Johanna von Orleans. Doch während die „Jungfrau von Orleans“ einst Weltgeschichte schrieb, hatten die Züchter der RV Mannheim nur die Wetterlage und den damit verbundenen Flugverlauf in ihren Köpfen. Die Sorge um die Wetterverhältnisse erwiesen sich jedoch als unbegründet. Unter optimalen Bedingungen konnten die insgesamt 1269 Tauben pünktlich um 9:00 Uhr ihren Heimflug antreten.
Vor den gefiederten Athleten lag eine Flugstrecke von rund 230 Kilometern (Luftlinie). Nach dem gelungenen Saisonauftakt der Vorwoche hatten an diesem Wochenende die Tiere von Norbert Halupczok aus Heidelberg die Nase- oder besser gesagt, die Schnabellänge vorn. Seine erste Taube erreichte den Schlag um 11:45:24 Uhr, was einer beachtlichen Durchschnittsgeschwindigkeit von 81,4 km/h entspricht. Nur jeweils zwei Sekunden später folgten zwei weitere seiner Tiere. Für die Sieger der Vorwoche, die Schlaggemeinschaft Thiemel-Ullrich-Levi, blieb in der Einzelwertung dieses Mal „nur“ der vierte Platz. Doch das Team sorgte für eine andere Überraschung, sie platzierten gleich 15 ihrer Tiere unter den Top 20 in der Wertungsliste – ein Rekordergebnis, das in den letzten 10 Jahren niemandem mehr gelungen ist. Martin Bünger aus Ursenbach schaffte es trotz relativ später Ankunft seiner Tiere, noch mit vier Tauben in die Wertung zu kommen.
Die Züchter der RV Mannheim blicken bereits gespannt auf die kommenden Wochen, in denen die Distanzen der Flüge kontinuierlich gesteigert werden. Für die kommenden Herausforderungen wünschen wir wie immer ein „Gut Flug“.
Emil Mohr


