Die Streuobstinitiative im Stadt- und Landkreis Karlsruhe e.V. feierte am 8. Mai ihr 30-jähriges Bestehen mit einem Festakt im Weingartener Rathaus. Unter den Gästen waren Umweltstaatsekretär Andre Baumann, Landrat Christoph Schnaudigel und politische Vertreter aus Region.
In seinem Rückblick nannte der Vorsitzende der Initiative, Hans-Martin Flinspach, die zentrale Motivation der Vereinsgründung 1996: „Schon damals ging es darum, den zunehmenden Verlust der Streuobstwiesen als prägendes Element der Kulturlandschaft und als Hotspots der Artenvielfalt aufzuhalten.“ Hauptursache für den fortschreitenden Rückgang sei damals wie heute die mangelnde Wirtschaftlichkeit. Dem konnte die Initiative erfolgreich entgegenarbeiten.
Heute betreut der Verein rund 280 Vertragsnehmer mit etwa 1.250 Grundstücken und einer Fläche von rund 210 Hektar. Fast alle Obstwiesen werden ökologisch bewirtschaftet und sind biozertifiziert. Neben der Vermarktung von Streuobstprodukten, darunter Apfelsaft, Schorle, Cidre, engagiert sich die Initiative auch in der Landschaftspflege und der Umweltbildung. Über 20.000 Obstbäume wurden in den vergangenen drei Jahrzehnten im Stadt- und Landkreis Karlsruhe neu gepflanzt, hinzu kommen Schnittkurse, Beratungsangebote sowie Naturschutzprojekte.
Überschüsse fließen gezielt in ökologische und regionale Projekte zurück wie Neupflanzungen, Maßnahmen zum Artenschutz – etwa für den Steinkauz – sowie die Unterstützung von Bildungs- und Erlebnisangeboten.
Wichtig sei die konsequente Kontrolle der gesamten Wertschöpfungskette: Das Obst bleibe vom Baum bis zum fertigen Produkt im Eigentum der Initiative. Ernte, Verarbeitung und Vermarktung erfolgten in eigener Verantwortung, ebenso das wirtschaftliche Risiko mit hoher Trasparenz und Qualitätssicherung. Die Streuobstinitiative im Stadt- und Landkreis Karlsruhe arbeite wirtschaftlich und eigenständig und komme weitgehend ohne zusätzliche staatliche Förderung aus, so Flinspach.
Ein weiterer zentraler Baustein für den Erfolg der Initiative sei die lückenlose Kontrolle aller Vertragsflächen. Der Verein und seine Vertragsnehmer unterziehen sich einer regelmäßigen Kontrolle im Rahmen der Ökozertifizierung. Flinspach betonte auch die Unterstützung durch Kommunen und Partnerbetriebe im Landkreis. Die Arbeit der Initiative habe eine Vorbildfunktion. Landrat Dr. Schnaudigel merkte an: Streuobstwiesen seien Zentren der Biodiversität, Orte der Erholung und ein wichtiges Stück Heimat; ihr Erhalt sei das Ergebnis von Einsatz, Fachwissen und echter Überzeugung.


