
125 Jahre MGV „Frohsinn“ Rotenberg – Dankeskonzert zusammen mit „Germania“ Sandhausen
Der Männergesangverein „Frohsinn“ Rotenberg 1901 blickte mit einem Dankeskonzert im Bürgerhaus, welches gemeinsam mit den Sängern des Männergesangvereins „Germania“ Sandhausen 1869 unter der gemeinsamen Leitung von Walter Muth gestaltet wurde, dankbar auf die 125-jährige Vereinsgeschichte zurück.
Der Vereinsvorsitzender Roland Kretz begrüßte zu diesem besonderen Konzert, wolle man doch damit all jenen danken, die über Jahrzehnte den Gesangverein unterstützt hätten, so Kretz: „Besonders stolz bin ich, dass wir die Männersoli aus den eigenen Reihen präsentieren können!“ Für Speis und Trank zeichnete sich die Interessengemeinschaft „Rotenberger Kuckucke“ verantwortlich.
Im ersten Konzertteil präsentierten die vereinigten Chöre unter dem Dirigat von Walter Muth mit „Jahre kommen wieder, Jahre ziehen“ (Rudi Kühn), „Unser Leben gleicht der Reise“ (Benno Ammann), „Wohin mit der Freud“ (Robert Reinick) und „Waldandacht“ (Franz Abt) klassische deutsche Männerchorliteratur. Im „Handwerker Abendgebet“ (Franz Morgenroth) und zu „‘S ist Feierabend“ (Winfried Soegler-Legel) brillierte Vorstand Roland Kretz mit Tenor-Soli. Die aus Speyer stammende und in Avignon, Heidelberg und Mannheim ausgebildete Solistin, Almut-Maie Fingerle, setzte mit weiblicher Vokalmusik bei „Die Uhr“ und „Tom der Reimer“ (beide Carl Löwe) einen musikalischen Kontrapunkt.
Das Dielheimer Comedian-Talent Friedrich Becht sorgte mit seiner Moderation mit Gedichten und Mundartspitzen für viel Heiterkeit unter Sängern und Konzertgästen. In seiner dankbaren Nostalgie auf die 125-jährige Vereinsgeschichte gab er unumwunden zu, dass in dieser Zeit ganze Imperien auf- und niedergegangen, die Männer jedoch stets gemeinsam im Takt geblieben seien: „Der Verein war die Partitur, die Zeit gab den Takt vor, die Männer waren die Stimmen stets jener Zeit!“
Mitreißend interpretierten die dreißig Männerkehlen „Es klingt ein Lied in mir“ (Otto Groll) mit dem Bass-Solisten Werner Scherhaufer und gestalteten damit den musikalischen Übergang in die Gegenwart, um sich danach in die englische Musikliteratur mit der Stadionhymne „You’ll never walk alone“ (Gerry and the Pacemaker) zu wagen. Diesem internationalen Drang folgte auch die gut ausgebildete Sopran-Stimme der Solistin Fingerle und glänzte zu „Think of me“ aus dem Andrew-Lloyd-Webber-Musical-Welterfolg Phantom der Oper.
Nach der Pause warteten die Herren spritzig und mehrstimmig mit dem Vincent-Clarke-Klassiker „Only you“ auf, bevor Chorleiter Walter Muth zu „Oh Jordan Roll“ (Franz Biebl) und „What shall we do with the drunken Sailer“ (Steinar Eielsen) aus den vollmundigen Kehlen schöpfen konnte. Almut-Maie Fingerle sang das Konzert-Repertoire mit „You Raise me up“ (Rolf Lovland) über die letzte Jahrtausendwende, schickte die Zuhörer anschließend Oscar-prämiert „Over the Rainbow“ (Harold Arlen) und die andächtig lauschenden Sänger mit „O mio babbino caro“ aus der Puccini-Oper „Gianni Schicchi“ auf eine internationale Gesangsreise. „Shosholoza – Mutig nach vorn“, das populäre südafrikanische Lied von Todd Matshikiza, beeindruckte mit seiner Herren-Intonation ebenso wie die dort zu verortende Hymne „Siyahamba – Wir brechen auf“ (Horst Best).
Mit dem Stück „Jerusalem“ einer bewegenden Hommage auf die israelische Weltstadt und den tiefen Traum nach Frieden, welches Werner Scherhaufer und Almut-Maie Fingerle als Solisten und im Duo gekonnt mit dem Chor intonierte verabschiedeten sich die zehn Rotenberger Sänger gemeinsam mit den befreundeten Männern aus Sandhausen von ihren Gästen. Chorleiter Walter Muth hatte es mit viel Fingerspitzengefühl zum Abschluss geschafft, den tiefgründigen Friedenswunsch nicht nur bei den Singenden zu intonieren, sondern auch auf die Konzertgäste zu übertragen.
Vielen herzlichen Dank an unseren Benjamin Starke, der uns gestattet hat, seinen Artikel hier noch einmal zu veröffentlichen.
Ein ganz besonderes Lob geht an unsere Freunde, die Rotenberger Kuckucke, die uns und unsere Gäste ganz vorzüglich verköstigt haben. Es war einfach toll. Vielen Dank. Und Dank auch an alle, die zum Gelingen dieses einzigartigen Konzerts beigetragen haben. Ohne ihr großes Engagement wäre das nicht möglich gewesen.
von Benjamin Starke