
Auch im neuen Jahr ist das Interesse ungebrochen: gut 20 Geologie-Fans kamen am vergangenen Donnerstag ins „mittendrin“, um sich über die Vulkaneifel und ihre Maare zu informieren und eine Antwort darauf zu erhalten, ob Vulkanismus in Deutschland eine Gefahr darstellt. Die Initiatoren der Veranstaltungsreihe Geo-Talk Bergstraße, die Geologen und ASS-Mitglieder Astrid Scherer-Kassler und Raimund Kassler, hatten für die mittlerweile 11. Ausgabe des Nachmittagstalks mit „Vulkanismus“ ein heißes Thema vorbereitet. Raimund erläuterte zunächst, welcher geologische Prozess hinter einem Vulkanausbruch steht. „Am Ende kommt es zu einer Eruption, bei der sogenanntes Tephra aus der Tiefe der Erde austritt.“ Für die unter der Oberfläche erstarrte Magma, Plutonite wie Granit, hatte er ebenso Anschauungsmaterial dabei, wie für oberirdisch erstarrte Vulkanite z. B. Basalt. Und dass solche Vorgänge auch tief unter deutschem Boden ablaufen, darauf deuten neuere Forschungen hin. Die Eifel ist weltweit das Gebiet mit der höchsten Konzentration an Vulkanen. Der Vulkanologe Hans-Ulrich Schmincke geht davon aus, dass sich diese derzeit nur in einer Ruhephase befinden. So entstand der jüngste Vulkan erst vor 10.500 Jahren, geologisch gesehen also vor Millisekunden, am Ulmener Maar. Die trichterförmigen Maare, für die die Eifel bekannt ist, bildeten sich, als aufsteigende Magma mit wasserhaltigem Gestein in Berührung kam und dies zu einer heftigen Explosion führte. Das dabei zerkleinerte Gestein legte sich ringförmig um das Explosionszentrum, später entstand dort ein See.
Überrascht und vielleicht auch beunruhigt hat auch so manchen Zuhörer, dass das Vogtland das erdbebenaktivste Gebiet in Europa ist. Da es dort so viele kleine Beben gibt, die zwar kaum zu bemerken sind, aber für Spannungsabbau sorgen, ist wohl nicht so schnell mit einem starken Beben zu rechnen, erläuterte Raimund. Nach gut zwei Stunden war der Wissensdurst der „Geo-Talker“, die auch gerne Zwischenfragen stellten, gestillt. Sie – und alle weiteren Interessierten – können sich schon freuen auf das Thema des nächsten Talks am 26.02.2026. Dann steht das Nördlinger Ries im Mittelpunkt, das vor 15 Mio. Jahren bei einem Asteroiden-Einschlag entstand. Unbedingt vormerken!
28.01. Spielenachmittag ab 15 Uhr in unserem Büro
31.01. ASS-Fahrradfreunde um 13 Uhr am Minigolfplatz
04.02.ASS-Treff ab 15 Uhr im „mittendrin“
Der ASS ist jeden Mittwoch von 10 bis 12 Uhr persönlich im Büro in der Heidelberger Straße 15 (im Stadtarchiv) zu erreichen sowie jederzeit über www.ass-schriesheim.de/kontakt.
Karin Elbl-Weiser