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Von Nachtfaltern und Glühwürmchen

Am 23. März trafen sich 15 Kinder und 5 Erwachsene im Familienzentrum zu unserem Kinderprogramm, und alle waren gespannt auf das Thema „Lichtverschmutzung“....
Eine Collage aus Bildern von der Kinderprogramm-Aktion zum Thema Lichtverschmutzung.
Foto: Alternative Ecke

Am 23. März trafen sich 15 Kinder und 5 Erwachsene im Familienzentrum zu unserem Kinderprogramm, und alle waren gespannt auf das Thema „Lichtverschmutzung“. Bei der Vorstellungsrunde stellte sich heraus, dass die meisten Kinder schon einmal nachts draußen waren und einige hatten bereits Fledermäuse oder sogar Glühwürmchen gesehen.
Aber was ist eigentlich „Lichtverschmutzung“? Das erklärte Rosemarie sehr anschaulich mit einer Kreidezeichnung: In einer Stadt gibt es Straßenlaternen, Gebäudebeleuchtung und Gartenbeleuchtung mit Strahlern und Lichterketten. Wenn das Licht eingeschaltet wird, leuchtet es in alle Richtungen. Die Lichtstrahlen sind weithin sichtbar, es entstehen riesige Lichtglocken über den Städten. Beispielsweise ist die Lichtglocke über New York 600 km weit sichtbar. Dadurch sind für den Menschen viel weniger Sterne zu sehen. „Im Urlaub auf dem Campingplatz kann man den Sternenhimmel richtig gut sehen!“, berichtete ein Mädchen.
Kira kann nicht schlafen – so fing die Geschichte an, die uns durch das Programm führte. Eine fiese Straßenlaterne leuchtet von draußen so hell in Kiras Zimmer, dass sie einfach nicht richtig müde wird. Ihr Papa hat schnell eine Lösung: Er lässt die Rollos herunter. Doch nun ist es Kira zu dunkel und sie bekommt Angst. Ihr Vater schlägt vor, dass sie beide rausgehen, um zu schauen, welche Tiere in der Nacht unterwegs sind. In dem hellen Licht der Straßenlaterne flattern und surren viele Tiere herum.
Wer flattert denn da? Auf die Frage, welche Tiere im Laternenlicht fliegen, kamen von den Kindern sehr viele Antworten: Nachtfalter, Fledermäuse, Motten, … Auf unseren Bildkarten waren vielerlei Insekten zu sehen, z.B. das Kleine Nachtpfauenauge, der Braune Bär, Glühwürmchen und Weinschwärmer und wir staunten über die Vielfalt und die Schönheit dieser Tiere.
Gefahr für die Flattertiere? In der Geschichte erklärt Kiras Papa ihr, dass die Falter so lange um die Laterne herumfliegen, bis sie ganz erschöpft sind oder gefressen werden. Und auch, dass die Falter eine ganz wichtige Aufgabe haben: Sie bestäuben nämlich sehr viele Blüten. Und genau das Bestäuben war die Aufgabe der Kinder im ersten Spiel: Nachtfalter auf Bestäubungstour. Viele Papierblüten waren auf dem Fußboden verteilt und jedes Kind bekam einen Streifen mit vielen kleinen Aufklebern (Pollen). Im Nachtfalter-Spezialschritt (Fuß vor Fuß) bewegten sie sich durch den Raum von Blüte zu Blüte und hinterließen jeweils einen Pollen. Doch in der Mitte stand Rosmarie, die als Straßenlaterne mit einer starken Taschenlampe in unregelmäßigen Abständen einen Lichtkegel auf den Boden projizierte. Immer wenn die Laterne anging, mussten die Falter schnell in den Lichtkegel rennen und um die Laterne kreisen. Erst bei Dunkelheit konnte es wieder auf Bestäubungstour gehen, bis alle Blüten bestäubt waren.
Glühwürmchen sind Leuchtkäfer. Nun ging es mit der Kira-Geschichte weiter. Kira entdeckt Glühwürmchen in der Hecke und auf der Wiese. Ihr Vater erklärt ihr, dass Glühwürmchen keine Würmer, sondern Leuchtkäfer sind, die durch eine besondere chemische Reaktion grün-gelbe Signalstoffe in ihrem Körper herstellen können. Die Weibchen können nicht fliegen. Sie locken mit ihren Lichtsignalen die fliegenden Männchen an. Deshalb brauchen die Glühwürmchen unbedingt die Dunkelheit, sonst finden sich die Paare nicht. „Und dann gibt es auch keine Glühwürmchen-Babys.“ Mit den beiden selbstgenähten Stofftieren „Luxi“ und „Lumi“, deren Hinterende tatsächlich wunderschön leuchten konnte, wurde das Ganze besonders anschaulich.
Glühwürmchen – wo bist du? Bei diesem Spiel schlüpften die Kinder in die Rolle von Glühwürmchen-Männchen auf der Suche nach ihrem Weibchen. Jede/r erhielt ein Kärtchen mit einem bestimmten Zeichen, z.B: lang-kurz-lang oder kurz-kurz-kurz. Anita, Christel, Marline und Margret versteckten sich in verdunkelten Nebenräumen und gaben unterschiedliche Leuchtsignale ab – ähnlich wie beim Morsen. Nun ging es auf die Suche: Wo versteckt sich das Weibchen mit dem passenden Signal? Erst einmal musste man sich im Dunkeln etwas orientieren, dann das richtige Zeichen erkennen, doch schon bald fanden alle ihre zugehörigen Partner.
Was kann jede/r gegen Lichtverschmutzung tun? Bevor es ganz am Schluss noch ein tolles Bewegungsspiel gab, sammelten wir im Stuhlkreis Ideen, was man gegen Lichtverschmutzung und für die nachtaktiven Tiere tun kann. Es war enorm, wie gut sich die Kinder auskannten. „Das Licht nur anmachen, wenn man es braucht. – Eine Zeitschaltuhr einbauen. - Einen Bewegungsmelder verwenden. – Unnötige Leuchten aus dem Garten herausnehmen. – Das Licht nur nach unten auf den Weg strahlen lassen.“
Vielen Dank an euch Kinder, dass ihr wieder so interessiert und begeistert dabei wart. Wir freuen uns auf unser nächstes Programm mit euch im April, da kommt der Waldpädagoge Frank Hoffmann mit seinem Hund Frida, um mit uns den Wald im Frühling zu erforschen.

…und wer noch nicht genug von den Glühwürmchen bekommen hat: auf dem YouTube-Kanal der Maus gibt es ein wunderschönes Video „Wie leuchten Glühwürmchen“: www.youtube.com/watch

Erscheinung
Mitteilungsblatt Ubstadt-Weiher
NUSSBAUM+
Ausgabe 14/2026
von Alternative Ecke
31.03.2026
Dieser Inhalt wurde von Nussbaum Medien weder erfasst noch geprüft. Bei Beschwerden oder Anmerkungen wenden Sie sich bitte an den zuvor genannten Erfasser.
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