Wir nähern uns heute der vorletzten Vorstellung der im Arboretum angedachten Anpflanzungen, im letzten Beitrag nächste Woche bleiben eigentlich nur noch die Gleditschie und die Schlehe vorzustellen.
Die Echte Mehlbeere (Sorbus aria)
Die Echte Mehlbeere oder Gewöhnliche Mehlbeere im engeren Sinne ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Mehlbeeren (Sorbus) innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae).
Sorbus aria s. str. bildet die Hauptart.
Der Trivialname Mehlbeere bezieht sich wahrscheinlich darauf, dass die reifen und getrockneten Früchte früher dem Brotmehl beigemischt wurden.
Die Echte Mehlbeere wächst meist als laubabwerfender, mittelgroßer Baum, der bis über 10 Meter in der Höhe erreicht. Selten finden sich Exemplare, die eine Höhe bis über 20 Meter entwickeln.
Der Stammdurchmesser erreicht über 50 cm, selten bis über 80 cm, und sie kann bis 200 Jahre alt werden. Die Wurzeln dringen recht tief in den Boden ein. Die schwarzgraue Borke weist weiße Flecken auf. Sie bleibt lange glatt. Erst im Alter entwickeln sich Längsrisse. Die Krone ist dicht belaubt. Die anfangs glänzend braunrot berindeten, dicht grauweiß-filzig behaarten Zweige verkahlen später. Vor allem an Kurztrieben zeigen die Ränder der Knospenschuppen eine weißfilzige Behaarung. Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis Juni.
Die duftenden, weißen Blüten der Echten Mehlbeere stehen in zusammengesetzten halbkugeligen Scheindolden zusammen, die zur Blütezeit eine Breite von etwa 7 bis 12 Zentimeter aufweisen. Die Blütenstände sind weißfilzig behaart und aufrecht orientiert. Ab August reifen die kleinen, gelb bis scharlachroten, eiförmig-kugeligen, bis 1,5 cm großen, oft etwas behaarten Früchte. Sie sehen wie kleine Äpfel aus. Nach dem Kochen sind sie zwar nicht besonders schmackhaft, jedoch ungiftig, da die enthaltene Parasorbinsäure durch die Hitzeeinwirkung zu Sorbinsäure abgebaut worden ist.
Die Eberesche oder Vogelbeere (Sorbus aucuparia)
Die Vogelbeere, gemeinsprachlich häufiger als Eberesche oder der Vogelbeerbaum bezeichnet, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Mehlbeeren (Sorbus, Ebereschen) innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Die Zugehörigkeit zu den Kernobstgewächsen kann man bei genauer Betrachtung der Früchte gut erkennen; sie sehen wie kleine Äpfel aus. Die Vogelbeere ist in weiten Teilen Europas verbreitet und besitzt als Pionierart ein breites Bodenspektrum. Für Insekten, Vögel und Säugetiere ist sie eine wertvolle Futterpflanze. Die Vogelbeere wurde im Jahre 1997 zum Baum des Jahres ausgewählt. Entgegen einer weitverbreiteten Annahme sind ihre Früchte (bedingt) essbar und ungiftig. Die Bezeichnung Vogelbeere stammt daher, dass die „Beeren“ als Köder für Vögel verwendet wurden.
Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass die Vogelbeere giftig ist. Dabei gibt es mittlerweile bereits Ebereschen-Sorten mit größeren und schmackhafteren Früchten, die speziell für den Verzehr und zur Verarbeitung gezüchtet wurden.
Die knallorange bis hellrote Farbe der Apfelfrüchte und der anfänglich oft adstringierende, bittere Geschmack durch die Parasorbinsäure, vor allem bei wild gesammelten Vogelbeeren, erwecken den Eindruck, dass Vogelbeeren giftig seien. Dieser wird durch Kälte und mit zunehmender Reife der Früchte bis in den Oktober hinein immer weniger, sodass die Früchte zuletzt gut verarbeitet werden können. Auch für Haustiere sind die Vogelbeeren nicht giftig – sie vermeiden sie allerdings meistens aufgrund der leuchtenden Farbe und des bitteren, adstringierenden Geschmacks oder spucken sie schnell wieder aus. Wer sichergehen will, kocht die Apfelfrüchte kurz auf und baut dadurch die enthaltene Parasorbinsäure zur Sorbinsäure (einem natürlichen Konservierungsmittel) ab.
Der Tulpenbaum (Liriodendron tulipifera)
Die Heimat des Tulpenbaums (Liriodendron tulipifera), der zur Gattung der Tulpenbäume (Liriodendron) gehört, ist das östliche Nordamerika. Er wächst hier vorwiegend in Tälern und Flussauen auf feuchten und durchlässigen, periodisch überschwemmten Auenböden. Mitte des 17. Jahrhunderts wurde der Baum aus der Neuen Welt nach England eingeführt – vermutlich von John Tradescant, einem berühmten englischen Gärtner und Botaniker. Rund 50 Jahre später gelangte er nach Deutschland. In den USA ist der Tulpenbaum ein wertvoller
Forstbaum. Sein Holz findet Verwendung in der Möbelindustrie und der Bauschreinerei. Pro Jahr werden rund 1,2 Millionen Kubikmeter Schnittholz produziert. Dünnere Stämme und Abfallholz sind ein wichtiger Rohstoff für die Zellstoff- und die Papierindustrie. Einer der größten Tulpenbäume Deutschlands steht mit knapp 40 Meter Höhe im botanischen Garten von Marburg. Die zwittrigen grüngelben bis schwefelgelben Blüten öffnen sich von Mai bis Juni und erinnern in ihrer Größe und Form an Tulpenblüten. Die Kronblätter tragen an der Basis auf der Innen- und Außenseite eine orangefarbene Zeichnung. Ein sämlingsvermehrter Tulpenbaum blüht frühestens nach 15 Jahren zum ersten Mal. Die Blüten sind eine wertvolle Bienenweide. Bereits junge Bäume liefern bis zu zwei Kilogramm Honig.
Früchte
Die spindelartigen, sechs bis sieben Zentimeter langen Früchte des Tulpenbaums wirken sehr urtümlich und erinnern an dünne, lange Koniferenzapfen. Hier ist noch eine enge Verwandtschaft erkennbar, denn die Magnoliengewächse waren die ersten Bedecktsamer auf der Erde.
Standort und Boden
Der Tulpenbaum bevorzugt frische bis feuchte, nährstoffreiche und tiefgründige, durchlässige Lehmböden mit saurer bis leicht alkalischer Bodenreaktion (pH-Wert). Er gedeiht auch auf trockeneren, sandigen Böden, wächst dann aber deutlich langsamer. Der Standort sollte vollsonnig und nicht zu windexponiert sein, da ältere Bäume zu Windbruch neigen.
Die Blüten sind wie bei den meisten Magnolienarten eine absolute Schönheit! Wie die Magnolien ist auch der verwandte Tulpenbaum nahezu frei von Pflanzenkrankheiten und Schädlingen.
Giftigkeit
Der Tulpenbaum enthält einige giftige Substanzen:
Blätter und Früchte: Saponine und cyanogene Glycoside, die bei Verzehr Blausäure freisetzen.
Rinde: Lignane wie Liriodendrin und Herzglycoside.
Holz: Das Alkaloid Glaucin.
Text weitgehend nach: www.mein-schoener-garten.de/pflanzen/tulpenbaum/tulpenbaum

