Am vergangenen Donnerstag durfte die Volkshochschule Deckenpfronn Herrn Albrecht Fetzer als Gastreferenten begrüßen. Herr Fetzer ist vielen Teilnehmenden möglicherweise noch aus seiner früheren Tätigkeit als Pfarrer bekannt – bis 2001 wirkte er in Unterjettingen, anschließend war er in Calw tätig.
Nach seinem aktiven Pfarrdienst widmete sich Albrecht Fetzer im Ruhestand einer neuen Aufgabe: der intensiven Auseinandersetzung mit der schwäbischen Sprache. In seinem Vortrag gab er spannende Einblicke in seine Analysen der schwäbischen Dialektform, insbesondere im Hinblick auf Lautbildung und Grammatik. Dabei beleuchtete er anschaulich die Besonderheiten und Eigenheiten des Schwäbischen und zeigte auf, dass es sich dabei um ein sprachwissenschaftlich interessantes System handelt.
Wie Herr Fetzer in seinem Vortrag anschaulich formulierte: „Wenn Hochdeutsch wie ein Streichquartett ist, dann ist Schwäbisch ein Symphonieorchester.“ In der Zehntscheuer berichtete er nicht nur von seinen sprachwissenschaftlichen Erkenntnissen, sondern auch von persönlichen Erfahrungen aus seiner eigenen Lebensgeschichte. Dabei schilderte er Berührungspunkte mit der schwäbischen Sprache aus dem Alltag, etwa aus der Schulzeit sowie aus seiner langjährigen Tätigkeit als Pfarrer. Besonders interessant war der Hinweis, dass die schwäbische Sprache zahlreiche Gemeinsamkeiten mit der englischen sowie den skandinavischen Sprachen aufweist. Dies griff auch Frau Riesinger, Leiterin der Volkshochschule Deckenpfronn, auf. Sie berichtete, dass sie selbst eine englische Mutter und – wie sie es augenzwinkernd nannte – einen schwäbischen Vater habe und dadurch ebenfalls viele Parallelen in der Grammatik bemerken konnte.
Herr Fetzer erklärte zudem ausführlich, wie sich die schwäbische Sprache entwickelte und wie sie sich im Laufe der Jahrhunderte veränderte. Sein Vortrag war für die Besucherinnen und Besucher äußerst lehrreich und regte an der einen oder anderen Stelle auch zum Schmunzeln an. Ergänzt wurde der Vortrag durch Lesungen aus älteren Gedichtheften.
Es war der VHS Deckenpfronn eine große Freude, dass Herr Fetzer trotz der weiteren Anreise uns besucht hat. Ein herzlicher Dank gilt auch Herrn Manfred Mergel, der den Kontakt hergestellt hat. Herr Mergel ließ es sich zudem nicht nehmen, nach der Begrüßung einige persönliche Worte an Herrn Fetzer zu richten und aus seinem Buch ein paar passende Zeilen vorzulesen.
Es war ein rundum gelungener Vortrag, bei dem die Zuhörerinnen und Zuhörer viel Wissenswertes erfahren konnten. Wer sich für Herrn Fetzers „schwäbisches Wörterbuch“ interessiert, kann sich gerne an Frau Riesinger wenden (07056 9279-22).
Die VHS Deckenpfronn bedankt sich herzlich bei Herrn Fetzer für den gelungenen und lehrreichen Abend.