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Freiwillige Feuerwehr

Wachsende Einsatzzahl wird auf wenige Schultern verteilt

Der Feuerwehrkommandant Mario Feller präsentierte während der jüngsten Sitzung des Gemeinderates seinen Feuerwehrbedarfsplan für die kommenden Jahre.
Die Eislinger Feuerwehr ist gut ausgerüstet, braucht aber mehr Mitglieder.
Die Eislinger Feuerwehr ist gut ausgerüstet, braucht aber mehr Mitglieder.Foto: bra

Wie geht es bei der Feuerwehr in den kommenden vier Jahren weiter? Der Eislinger Feuerwehrkommandant Mario Feller präsentierte während der jüngsten Sitzung des Gemeinderates seinen Feuerwehrbedarfsplan für die Jahre 2026 bis 2030. Dabei wurde deutlich, dass die Eislinger Feuerwehr für viele unterschiedliche Szenarien ausgebildet und ausgerüstet sein muss.
Es gibt in Eislingen eine hohe Einwohnerdichte, hohe Gebäude, weitläufige Industrieanlagen, Gewässer und die Bahnlinie, auf der teils auch gefährliche Güter transportiert werden. Hinzu kommt die B10, wo es ebenfalls zu Feuerwehreinsätzen kommen kann. Unterm Strich erreicht Eislingen damit die Stufe vier von insgesamt fünf möglichen Stufen des Gefahrenpotenzials, wie Feller ausführte. „Das ist hoch“, verdeutlichte er. Die Stufe vier besagt, dass es ein sehr hohes Potenzial für Großbrände und Einsätze gebe, bei denen Menschenleben in Gefahr seien.
Moderne Ausrüstung, motivierte Feuerwehrleute
Die gute Nachricht ist, dass die Feuerwehr in Eislingen bereits in den vergangenen Jahren immer wieder Ausrüstung wie moderne Funkgeräte, Schutzkleidung und neue Fahrzeuge beschafft hat. „Wir haben nicht nur verwaltet, wir haben gestaltet“, sagte Feller. Hinzu kommt, dass bei außergewöhnlichen Einsätzen wie beispielsweise dem Starkregenereignis Anfang Juni 2024 Feuerwehren aus dem Umkreis zur Unterstützung angefordert werden können.
Zu wenige Freiwillige
Ein Wermutstropfen ist momentan die personelle Situation. Derzeit gebe es rund hundert aktive Feuerwehrleute, berichtete Feller. Das ist für Eislingen zu wenig. Es sollten 130 aktive Feuerwehrmänner und -frauen sein. „Wir müssten deutlich mehr sein“, so Feller. Nichtsdestotrotz erreiche die Feuerwehr bisher stets gute Ergebnisse. In acht von zehn Alarmierungen sei man innerhalb der vorgeschriebenen Zeit mit der richtigen Ausrüstung am Einsatzort. „Das ist ein herausragendes Ergebnis. Wir sind gut“, betonte Feller. Allerdings bewirke der personelle Engpass, dass die Arbeit auf weniger Schultern verteilt werden müsse. Auf Dauer sei das keine gute Situation. Viele Einsätze fänden zwischen 7 und 17 Uhr statt, also gerade dann, wenn viele Feuerwehrleute gerade bei der Arbeit seien. Auch die Anzahl der Einsätze insgesamt nimmt zu. Waren es im Jahr 2014 noch 110 bis 120 Einsätze pro Jahr, sind es inzwischen 150 bis 160 Einsätze. Das entspricht einem Zuwachs von 30 bis 40 Prozent in einer Dekade.
Eine Besonderheit sei Eislingen mit dieser Entwicklung aber nicht, ist dem Papier des Feuerwehrkommandanten zu entnehmen. Es gebe mehr Verkehr, Unwetter und medizinische Notfälle. Ferner gebe es mehr Brandmeldealarme aufgrund neuer Technik und baulicher Dichte in Ballungsräumen. Für mehr Personal soll eine Mitgliederwerbung sowie die Jugendarbeit sorgen.
Braucht die Stadt ein neues Feuerwehrgebäude?
Ein weiterer Knackpunkt ist die bauliche Situation. Die Standorte der Feuerwehr in Eislingen und Krummwälden seien zwar genau richtig. Das Hauptgebäude der Feuerwehr an der Stuttgarter Straße 39 wurde bereits im Jahr 1989 übergeben und ist inzwischen zu klein. „Wir platzen aus allen Nähten“, sagte Feller. Es fehlen mindestens drei Fahrzeugstellplätze, die Lagerräume sind zu klein und es gibt keine Geschlechtertrennung im Duschbereich. In der Fortschreibung des Feuerwehrbedarfsplans heißt es dazu: „Hier besteht dringender Handlungsbedarf, um langfristig Sicherheit, Funktionalität und Attraktivität als Ehrenamtsorganisation und Arbeitgeber sicherzustellen.“
In Krummwälden ist der Fahrzeugplatz inzwischen eigentlich zu klein für das dort abgestellte Feuerwehrauto. Es gibt außerdem keine Geschlechtertrennung sowie kein Lager- oder Technikraum. Kurzum besteht auch in Krummwälden ein erheblicher Modernisierungs- und Erweiterungsbedarf. Nichtsdestotrotz soll auch in Zukunft an dem Standort festgehalten werden, auch um rasch in Eschenbäche sein zu können.
Womöglich muss die Stadt also neben den vielen anderen Investitionen auch noch bei der Feuerwehr baulich nachbessern. „Sicherheit kostet Geld“, sagte Feller dazu.
Nur noch Ersatzbeschaffung
Dafür muss, zumindest nach dem jetzigen Stand, bei der Ausrüstung in den kommenden Jahren nicht mehr allzu tief in die Tasche gegriffen werden. Im Feuerwehrbedarfsplan seien ausschließlich Ersatzbeschaffungen vorgesehen, hob der Oberbürgermeister Klaus Heininger hervor, „um die Schlagkraft der Feuerwehr aufrecht erhalten zu können“. Der Gemeinderat stimmte der Fortschreibung des Feuerwehrbedarfsplans einstimmig zu. bra

Erscheinung
exklusiv online
von Redaktion NUSSBAUM
18.02.2026
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