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Wagenrennen mit OHG-Schülern und Kabarettist Björn Puscha

Reise ins alte Rom Wer wusste, dass Europäer jahrhundertelang von Elefanten regiert wurden? Dass Brutus, erst Zögling und dann einer der Mörder Caesars,...
Die Schülerinnen und Schüler antworteten rege auf Fragen Björn Puschas.
Die Schülerinnen und Schüler antworteten rege auf Fragen Björn Puschas.Foto: OHG (Dg)

Reise ins alte Rom

Wer wusste, dass Europäer jahrhundertelang von Elefanten regiert wurden? Dass Brutus, erst Zögling und dann einer der Mörder Caesars, wahrscheinlich ein Depp war? Und dass Cicero, der berühmte Redner, gar nicht so Ehrfurcht gebietend gewesen sein kann, wie man ihn sich vorstellt? Warum hätte man ihm sonst den Cognomen „Kichererbse“ gegeben?

Wer Björn Puschas Lateinkabarett besucht, kann viele Anekdoten und Fakten über die römische Antike lernen. Für einige mögen sie in den Bereich des „nutzlosen Wissens“ fallen, doch sie werden in einer rasanten One-Man-Show so interessant und unterhaltsam dargeboten, dass sogar die Fünftklässler des OHG, die noch gar keinen Lateinunterricht haben, für anderthalb Stunden gebannt zuhörten.

Geschichte und Biografie

Puscha aus Schwabing war von der Latein-Fachschaft des Ottheinrich-Gymnasiums eingeladen worden und führte sein Programm „Schlechte Karten für Jupiter“ für Schülerinnen und Schüler der fünften bis zehnten Klassen in der OHG-Mensa auf. Er verknüpfte Wissen und Kenntnisse über die lateinische Sprache und die Welt der römischen Antike mit einer spannenden Geschichte, die auch biografische Bezüge aufweist. Sie beginnt am Kurfürst-Max-Gymnasium in Burghausen, wo der kleine Björn dem gestrengen, aber irgendwie auch coolen Latein-Fachberater Dr. Aschenbrenner begegnet und Latein als Fremdsprache wählt.

Eindrücke vom Alltag

Als Erwachsener gerät er auf mysteriöse Weise auf eine Zeitreise, die ihn ins alte Rom zurückversetzt, und zwar an einem historischen Tag, nämlich dem 15. März des Jahres 44 vor Christus. Nachdem er im Circus Maximus ein Wagenrennen gesehen hat, wird Björn im Theatrum Pompeii Augenzeuge von Caesars Ermordung, bevor er wieder zurück ins Münchner Olympiastadion der Gegenwart katapultiert wird. Auf seiner Reise sammelt er nicht nur authentische – auch olfaktorische – Eindrücke vom Alltag des alten Rom, sondern begegnet auch Jesus und Jupiter. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass wahrscheinlich in Wirklichkeit alles ganz anders war: Auf dem 2000 Jahre langen Weg der Überlieferung wurde die Geschichte von Caesars Tod von den zahlreichen Chronisten wohl etwas umgestaltet.

Latein ist nicht „tot“

Man kann sehr viel lernen in diesen anderthalb Stunden, und eines ist klar: Latein ist alles andere als „tot“. Die römische Antike hat mehr mit uns zu tun, als wir denken, und Latein bleibt in den modernen europäischen Sprachen lebendig. Wer von den Schülern gut aufgepasst hatte, konnte zu Hause seine vielleicht etwas neugierig fragenden Eltern mit einer neuen Grußformel begrüßen: „Salve, mama curiosa! Salve, pater curiose!“ Und die Erwachsenen konnten mit der tröstlichen Einsicht, dass Leben und Tod aus Sicht der Götter eigentlich nur unterschiedliche Aggregatzustände sind, die Veranstaltung verlassen. (ohg)

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Ausgabe 10/2026
von Ottheinrich-Gymnasium-WieslochRedaktion NUSSBAUM
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