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Wald der Zukunft wächst heran: Kreisforstamt schließt Frühjahrspflanzung erfolgreich ab

Bevor die großen Waldbäume im Rhein-Neckar-Kreis mit frischem, grünem Laub an den Zweigspitzen für Schatten im Wald sorgten, war es Zeit, an die nächsten...
Pferdepflug im Einsatz im Bereich der Walldorfer WaldweideFoto: Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis

Bevor die großen Waldbäume im Rhein-Neckar-Kreis mit frischem, grünem Laub an den Zweigspitzen für Schatten im Wald sorgten, war es Zeit, an die nächsten Baumgenerationen zu denken. Die Forstleute im Kreisforstamt kümmerten sich durch gezielte Baumpflanzungen und Pflegearbeiten in den jungen Waldbeständen um die Zukunft des Waldes. Auf dem Pflanzplan standen rund zehntausend Pflanzen 32 verschiedener Baum- und Gehölzarten, um auch weiterhin die Vielfalt in den heimischen Mischwäldern zu erhalten und zu fördern.

„In der naturnahen Forstwirtschaft arbeiten wir am liebsten mit natürlich verjüngten Bäumen. Diese müssen nicht eingekauft werden und haben ein ungestörtes Wurzelwachstum“, erläutert der Leiter des Kreisforstamts, Manfred Robens. „Doch nicht immer ist die nächste Baumgeneration schon vorhanden, wenn geschädigte Bäume entnommen werden müssen. Hier kommt die Pflanzung ins Spiel.“

Durch Pflanzung ist es möglich, entstandene Lücken wieder zeitnah zu schließen. „Zeitnah“ bedeutet im Wald innerhalb von ein paar Jahren, denn Bäume brauchen Zeit zum Wachsen. Auch zum Einbringen von Baumarten, die am jeweiligen Standort voraussichtlich besser mit den Klimaveränderungen zurechtkommen als der vorhergehende Baumbestand, wird die Pflanzung genutzt. Da die Prognosen der Klimaforschung davon ausgehen, dass die regionalen klimatischen Verhältnisse in einigen Jahrzehnten eher den aktuell im Mittelmeerraum vorherrschenden Bedingungen entsprechen, müssen die Försterinnen und Förster den Wald verantwortungsvoll, nachhaltig und in die Zukunft gewandt pflegen. Bei der Baumartenwahl setzt das Team des Kreisforstamts neben den heimischen Laubbaumarten, wie Stieleiche, Hainbuche, Elsbeere und Speierling auch auf die Zukunftsfähigkeit von Zerreichen und Flaumeichen. Von den Nadelholzarten wurden vor allem Douglasien und Atlaszedern gepflanzt.

Saat mittels Pferdepflug

Eine bisher im Rhein-Neckar-Kreis einzigartige oder bereits sehr lange nicht mehr angewandte Form der Waldverjüngung ist die Saat mittels Pferdepflug. Im Bereich der Walldorfer Waldweide wurde der Waldboden streifenweise mit einem vom Pferd gezogenen Pflug so bearbeitet, dass der Oberboden von den aufliegenden Nadeln und dem Bewuchs befreit wurde. Nur so können die ausgestreuten Samen der Schwarzkiefer aufkeimen. Im Gegensatz zur heimischen Waldkiefer, die im Rheintal mit den trockenen Klimaverhältnissen nicht mehr zurechtkommt, scheint die Schwarzkiefer mit Trockenheit weniger Probleme zu haben. Aus Gründen des Naturschutzes ist es gewünscht, auch weiterhin Kiefern in den Wäldern des Rheintals zu erhalten.

Ob die Saat aufgeht oder die gepflanzten Bäumchen anwachsen und zu einer neuen Baumgeneration heranwachsen, hängt neben der richtigen Technik bei den Kulturarbeiten vor allem von der passenden Witterung und angepassten Wildbeständen ab. Während die Technik und die Jagd vom Menschen direkt beeinflusst sind, müssen die Forstleute auf genug Regentage während der Wachstumsphase im Frühjahr und Sommer hoffen. Forstamtsleiter Robens meint über die hoffentlich eintretenden Niederschläge: „Vom Regen im Sommer sollte sich keiner die Laune verderben lassen, denn die Bäume sind dringend darauf angewiesen. Und mit der richtigen Kleidung macht ein Waldspaziergang auch im Regen Spaß.“

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Ausgabe 21/2026
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