An einem Samstag im Mai fand die Veranstaltung der Obst-, Garten- und Blumenfreunde Walheim statt, bei der die Teilnehmer spannende Einblicke in Wald, Weinbau und Streuobstwiesen erhielten.
Die erste Station führte in den Wald, wo Förster a.D. Bernd Renner die Gruppe begrüßte. Er erläuterte die angrenzende Eichen-Versuchsfläche, auf der fünf verschiedene Eichensorten hinsichtlich ihrer Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel getestet werden. Darüber hinaus ging Renner auf die Planung, Geschichte und aktuelle Entwicklung des Arboretums ein.
Im Anschluss stand das Thema Weinbau im Mittelpunkt. Eberhard Klein erklärte den Teilnehmern einen rund 40 Jahre alten Lemberger-Weinberg, der seit fünf Jahren vollständig biologisch bewirtschaftet wird. Als besondere Aktion kündigte Eberhard Klein an, dass er an einem Weinberg in den kommenden Wochen eine Standortveredelung vornehmen wird. Anschließend demonstrierte er die Veredelung direkt am praktischen Beispiel. Die Spaziergänger werden diesen Versuch bei ihren nächsten Rundgängen sicherlich aufmerksam verfolgen.
Danach führte der Weg zurück in Richtung Streuobstwiesen und Obsthalle. Fachwart Mirko Schneider erläuterte die Entstehung, Entwicklung und aktuelle Situation der Streuobstwiesen. Diese Flächen besitzen eine große ökologische und kulturelle Bedeutung und dienten insbesondere während der Weltkriege der Selbstversorgung und Ernährung der Familien.
Nach den Weltkriegen entwickelten sich die Streuobstwiesen teilweise in Richtung intensiven Ertragsanbau und Monokulturen. Seit den 1970er-Jahren rückten jedoch zunehmend Naturschutz und die Auswirkungen des Klimawandels in den Fokus. Streuobstwiesen zeichnen sich heute durch ihren enormen Artenreichtum mit rund 5.000 verschiedenen Tier- und Pflanzenarten aus. Zudem prägen sie die Landschaft und Kultur und bewahren traditionelles Wissen rund um Bewirtschaftung, Pflanzenkunde und Pflege.
Zum Abschluss trafen sich die Teilnehmer in gemütlicher Runde in der Obsthalle, wo noch lange angeregt gefachsimpelt wurde.


