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Trockene Luft

Waldbrandgefahr in BW steigt auf zweithöchste Stufe

Sinkende Temperaturen, aber steigendes Waldbrandrisiko: Warum trockene Luft im Südwesten zur Gefahr wird und Ausflügler in Baden-Württemberg um ihre Grillrunden bangen müssen.
Waldbrandgefahr in BW steigt auf zweithöchste Stufe bis Ende Mai 2026. Die Feuerwehr ist nach Angaben ihres Verbands in Alarmbereitschaft.(Archiv)Foto: Waldemar Gress/Einsatz-Report24/dpa

Nach den schweißtreibenden Hitzetagen steigt die Waldbrandgefahr in Baden-Württemberg landesweit weiter an. Das gilt laut Deutschem Wetterdienst (DWD) auch dann, wenn die Temperaturen in den kommenden Tagen eher zurückgehen. Bis Samstag erreicht der fünfstufige Waldbrandgefahrenindex regional mit wenigen Ausnahmen die zweithöchste Stufe. Das bedeutet: Es besteht eine hohe Gefahr, dass ein Feuer ausbrechen kann.

«Die Forstbehörden und Feuerwehren sind in Alarmbereitschaft, arbeiten eng zusammen und können im Ernstfall schnell reagieren», sagte ein Sprecher des Forstministeriums zur aktuellen Lage. Besonders betroffen ist der Südosten des Landes. Ähnliche Gefahren herrschen in Deutschland derzeit nur noch in Bayern und Brandenburg.

Trockene Luft verschärft die Lage

Nach Angaben des DWD wird es in den nächsten Tagen zwar etwas kühler. Entscheidend ist aber nicht nur die Temperatur, sondern auch die Luftfeuchtigkeit. «Aber es kommt eine trockene Luftmasse rein», sagte DWD-Meteorologe Thomas Schuster. Dadurch werde dem Boden weiter Feuchtigkeit entzogen, obwohl die Werte auf dem Thermometer nicht mehr rekordverdächtig sein müssten.

Die Sonne und die teils hochsommerlichen Temperaturen der vergangenen Tage haben die Situation bereits verschärft. Trockenheit und Hitze allein lösen aber noch keinen Waldbrand aus. Sie schaffen aber die Bedingungen, unter denen ein Feuer sich schnell ausbreiten kann. Deshalb rufen Behörden Ausflügler und Grillende zu besonderer Vorsicht auf.

Menschen sind oft die Ursache

Denn nach Angaben des Ministeriumssprechers sind die meisten Waldbrände menschengemacht. Häufige Ursachen seien weggeworfene Zigaretten, offenes Feuer und Grillplätze in Waldnähe. Auch heiße Katalysatoren unter Autos können Brände auslösen, wenn Fahrzeuge auf trockenem Gras stehen. Funkenflug durch Maschinen spielt demnach ebenfalls eine Rolle.

Für Spaziergänger, Wanderer und Familienausflüge heißt das: Schon kleine Unachtsamkeiten können in der aktuellen Lage große Folgen haben. Gerade in trockenen Wäldern reicht oft ein kleiner Funke, damit sich ein Feuer rasch ausbreitet. Besonders riskant sind Orte, an denen trockenes Gras, Laub und Wind zusammenkommen.

Ähnliche Waldbrandgefahren herrschen in Deutschland nur noch in Bayern und Brandenburg.(Archiv).Foto: Daniel Karmann/dpa

Wann entspannt sich die Lage?

Ab Sonntag soll es zwar wieder etwas mehr regnen, im Index dürfte das Risiko in einigen Regionen wieder von der hohen auf die mittlere Gefahr zurückgestuft werden. Mit Blick auf die kommende Woche gehen die Niederschläge aber schnell wieder deutlicher zurück.

«Kurze Schauer bringen auch höchstens kurzfristige Entlastung. Die Oberfläche wird nass, das Regenwasser verdunstet aber schnell wieder», sagte der Sprecher des Ministeriums. «Was wir brauchen, sind kühlere Temperaturen und flächendeckender Regen über mehrere Tage.» Nur so erreiche die Feuchtigkeit tiefere Bodenschichten und entschärfe die Lage nachhaltig.

In einigen Städten ist das Grillen bereits verboten.(Produktion).Foto: Bernd Weißbrod/dpa

«Einzelne Schauer können dies nicht immer entschärfen», sagte auch der Vizepräsident des Landesfeuerwehrverbandes Baden-Württemberg, Stefan Hermann. Die Feuerwehren seien grundsätzlich jederzeit gut vorbereitet und einsatzbereit. «In jeder Gemeinde, in fast allen Stadt- und Ortsteilen in Baden-Württemberg gibt es eine Feuerwehr, sodass diese immer sehr schnell an der Einsatzstelle ist und meist sehr früh in der Entstehungsphase eingreifen kann», sagte Hermann. Deshalb sei es nicht notwendig, die Einsatzkräfte personell allein aufgrund trockener Hitzeperioden aufzustocken.

Grillverbote möglich

Die aktuelle Entwicklung könnte auch Folgen für Wochenendausflüge haben. Ob Kommunen angesichts der steigenden Gefahr Grillplätze in Wäldern sperren, ist noch offen. In manchen Städten sind solche Regeln bereits an den Waldbrandgefahrenindex gekoppelt. In Mannheim und Heidelberg etwa ist öffentliches Grillen - selbst auf ausgewiesenen Plätzen - ab Waldbrandgefahrenstufe 4 verboten. In Freiburg kann das Forstamt bei hoher Waldbrandgefahr gezielt Grill- und Feuerstellen sperren.

So funktioniert der Index

Zur Einschätzung der Waldbrandgefahr in Baden-Württemberg misst der DWD an 60 Messstationen im Land stündlich Werte wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Niederschlag und Windgeschwindigkeit. Aus diesen Daten errechnet sich der Waldbrandgefahrenindex. Er reicht von Stufe 1 für sehr geringe Gefahr bis Stufe 5 für sehr hohe Gefahr. Typischerweise steigt der Index zwischen März und Oktober eher an. Die Behörden im Land nutzen diese Prognosen für ihre Einschätzung des Waldbrandrisikos, wobei die lokale Lage mitunter von der DWD-Bewertung abweichen kann.

In einigen Kommunen ist das Grillen auch an öffentlichen Stellen inzwischen verboten.(Produktion).Foto: Bernd Weißbrod/dpa
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