„Die Narzissen blühen, der Bärlauch blüht, die Störche klappern“ – für SWR-Wetterreporter Michael Kögel sind das die Zeichen für die „erste richtige Frühlingswoche“ des Jahres. Deshalb arbeitet der Walldorfer am Montagmorgen mal wieder vor der eigenen Haustür: auf der Storchenwiese. Für die Landesschau Baden-Württemberg am selben Abend entstand ein Beitrag, der die Störche und das Frühlingserwachen unter einen Hut bringt.
Kögels Gesprächspartner sind vom Naturschutzbund (NABU) Walldorf-Sandhausen der aktuelle Storchennest-Betreuer Günter Schild, Ulrich Schmidt, der die Maßnahmen zur Wiederansiedlung der Störche in Walldorf mit initiiert und eng begleitet hat, sowie Dr. Reiner Klemm, der Vorsitzende der Ortsgruppe. Kameramann Thomas Schäfer fängt die kleine Gruppe, die großzügigen Abstand zu den Storchennestern hält, um die Tiere nicht zu stören, aus den unterschiedlichsten Perspektiven ein.
„Walldorf war lange ohne Störche, seither hat sich viel getan“, erinnert Kögel an die Bemühungen zwischen den späten 1960er Jahren, als die Störche aus Walldorf verschwunden waren, und der geglückten Wiederansiedlung ab dem Jahr 2007. Eine Entwicklung, die sich auf Baden-Württemberg übertragen lässt: Im gesamten Bundesland hat sich die Weißstorchpopulation von nur noch 15 Brutpaaren im Jahr 1975 auf rund 2250 Paare im Jahr 2023 erholt.
Daneben will Kögel aber auch auf die jüngsten Aktivitäten auf der Storchenwiese eingehen, die seit vergangenem Jahr nach dem Bundesnaturschutzgesetz als geschützter Landschaftsbestandteil gilt – was nicht nur die Störche schützen soll, sondern auch die über 80 Vogelarten, für die sich das Gelände zu einem bedeutenden Brut- und Rastgebiet entwickelt hat, sowie die über 200 Blütenpflanzenarten und mindestens 180 Insektenarten, die hier zu finden sind.
„Die Störche haben die neuen Nester sehr schnell angenommen“, berichtet Schild im Interview mit dem Wetterreporter. Im Januar hatte der städtische Fachdienst Umwelt gemeinsam mit dem Forst, der Feuerwehr und dem NABU die witterungsbedingt morsch gewordenen Holzmasten, auf denen die alten Nester lagen, durch neue Masten aus Metall ersetzt und auch die Nester ausgetauscht. „Daran wird schon fleißig gebaut“, erzählt Schild. Der Storchennest-Beauftragte, der mindestens zweimal pro Woche auf der Storchenwiese nach dem Rechten schaut, hat dieses Jahr die ersten aus dem Süden zurückkehrenden Tiere schon Ende Januar, Anfang Februar beobachtet. „Zum Teil bleiben sie aber auch hier“, sagt er.
„Ist das perfekte Storchenwetter diese Woche?“, fragt Kögel angesichts der wahrlich frühlingshaften Temperaturen. Schild nickt: „Regen ist für die Störche nicht besonders gut.“ Das unterstreicht Ulrich Schmidt mit Blick auf den Nachwuchs: „Besonders in der mittleren Wachstumsphase“ sei dieser durch Feuchtigkeit stark gefährdet.