Über den Unteren Schornsteinweg, Lindenweg, Haberstübelweg und Oberen Schornsteinweg gelangten wir zum Höhenrücken des Weißen Steins. Das Wetter war durchwachsen, und zeitweise mussten wir uns durch Regenschauer kämpfen. Wir besichtigten die geplanten Windkraft-Standorte und fragten uns, wie viel Natur dafür zerstört werden muss. Denn die derzeitigen Zuwegungen sind zu schmal; die ebenen Flächen für Windkraftanlagen (WKA) nicht groß genug, also müssten im Wald Nivellierungen erfolgen. Dieser werden viele Bäume zum Opfer fallen.
Der geplante Standort am Haberstübelweg / Lindenweg liegt Wilhelmsfeld gegenüber. Die Wilhelmsfelder müssten sich in Zukunft auf Rotoren mit Schlagschatten und möglicherweise Lärmbelästigung einstellen. An dieser Wegekreuzung ist ein Rastplatz, bei dem Wanderer gerne innehalten und die Ruhe genießen. Doch damit wird wohl in Zukunft Schluss sein. Ein weiterer Standort befindet sich am Vogelherdrückenweg auf einem weichen Waldboden mit viel Naturverjüngung. Auch hier müsste viel gerodet werden; die Bodenverdichtung für die WKA wird das Nachwachsen von neuen Bäumen verhindern. Nach einer Stärkung in der Höhengaststätte „Weißer Stein“ ging es zur Rauen Buche. Dort ist ein Parkplatz mit einer für eine WKA viel zu kleinen Fläche. Auch dort müssten umstehende Bäume weichen. Die Raue Buche liegt auf der Grenze zu Handschuhsheim. Noch sind dort ein historischer Wegweiserstein und ein Grenzstein aus dem Jahr 1793 zu bewundern. Diese Steine werden gepflegt, so dass viele Wanderer ihre Freude daran haben. Doch auch damit wird wohl in Zukunft Schluss sein. Der letzte WKA-Standort auf unserer Wanderung war am Dossenheimerkopfweg auf der Grenze Schriesheim / Heidelberg. Hier müsste ebenfalls viel gerodet und nivelliert werden.
Auffällig ist der stark aufgelichtete Wald auf dem Höhenrücken der Dossenheimer Gemarkung östlich vom Weißen Stein. Die Forstwirtschaft erfolgt dort offenbar invasiver als in den benachbarten Gemarkungen. Seit den Forstmaßnahmen im vergangenen November weist der historische Schriesheimer Wegweiserstein auf der Grenzlinie von Dossenheim einen unschönen Kratzer auf. An der Stelle, wo ein forstwirtschaftliches Fahrzeug Öl verloren hatte, liegt nun ein Haufen Äste.
Unser Wald am Weißen Stein birgt dennoch viele Schätze. Wir sahen Ameisenhügel, einen Rosenkäfer und – ausgerechnet an einem der geplanten WKA-Standorte – ein kleines Amphibienbiotop.
Nächstes Monatstreffen: Donnerstag, 11.06.26, um 19.30 Uhr im „Neuen Ludwigstal“. Interessierte sind herzlich willkommen.
Kontakt: karin.reinhard12@gmail.com
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Weitere Infos: gegenwind-bergstrasse.de
Dr. R. Kraft


