Nussbaum-Logo
NUSSBAUM+
Bildung

„Warum gibt es in Limbach kein Autokino?“

Mit dieser Frage und noch so einigen mehr sah sich Bürgermeister Thorsten Weber am 10. Oktober 2025 konfrontiert. Schülerinnen und Schüler der Klasse...

Mit dieser Frage und noch so einigen mehr sah sich Bürgermeister Thorsten Weber am 10. Oktober 2025 konfrontiert. Schülerinnen und Schüler der Klasse 6 a der Schule am Schlossplatz hatten im Rahmen des Projekts „Safe!“ der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg den Gemeindevorsteher eingeladen, um ihre Anliegen auf ganz besondere Weise vorzubringen und mit ihm in Diskurs zu treten.
„Get Reel“ war das Motto der Klasse 6 a in der zweiten Oktoberwoche und das in doppelter Hinsicht. Vier Tage lang war nicht der übliche Fachunterricht angesagt, sondern Projektarbeit mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Landeszentrale für politische Bildung. Ziel war es, am Ende der Woche in Kleingruppen Kurzfilme produziert zu haben, die reale Anliegen der Schülerinnen und Schüler thematisieren, über die man abschließend auf diese Weise dem Bürgermeister präsentieren und danach mit ihm darüber diskutieren wollte.
Bevor es an die filmische Arbeit ging, informierten sich die hochmotivierten Sechstklässler zunächst im Rahmen der immer wichtiger werdenden Medienbildung über die Möglichkeiten, eigene Anliegen in mediale Formate zu bringen. Im Anschluss wurden Themen aus den direkten Lebensbereichen der Klasse gesammelt, die zur Grundlage der Drehpläne wurden, welche dann in Kleingruppen erarbeitet wurden.
Unter Anleitung der Mitarbeiter der LpB wurden mithilfe dieser Drehpläne in der Folge aus Schülerinnen und Schülern Schauspieler und Kameraleute. Dabei verwandelte sich nicht nur das Klassenzimmer in ein Drehstudio. Auch der Lehrerparkplatz, der Spielplatz direkt neben der Schule, der Gehweg beim Edeka und die Straße vor der Schule, ja selbst das Auto der Klassenlehrerin wurde zum Drehort.
Die Ergebnisse von vier Tagen intensiver Medienarbeit waren dann am 10. Oktober 2025 zu sehen. Dabei wurde das Klassenzimmer der 6 a zum Premierenkino, bei dem wie bei den „Großen“ die „Schauspieler“ im Anschluss an ihre Filmpremiere eine Rose gereicht bekamen.
Geladen waren neben Thorsten Weber auch die Schulleitung, Martina Meixner und Sandra Diefenbach sowie die Klassenlehrerinnen Madeleine Emmerich und Marion Blaß.
Jeder der zu sehenden Kurzfilme enthielt ein spezielles Anliegen der Schülerinnen und Schüler: Warum kein Autokino in Limbach, wieso keine Erweiterung des schulnahen Spielplatzes, gibt es bald keinen Supermarkt in Limbach mehr und weshalb kein Zebrastreifen vor dem Rathaus?

Während die filmische Umsetzung der Anliegen in ihrer Professionalität überraschte und in ihrer Originalität für Schmunzeln bis Gelächter beim Publikum sorgte, ging es in der jedem Kurzfilm folgenden Diskussion zwischen der jeweiligen Schülergruppe und dem Bürgermeister freundlich zur Sache.
Jede Gruppe hatte im Vorfeld Fragen zum filmisch vorgebrachten Anliegen vorbereitet und trug diese häufig ohne jede Scheu und bisweilen mit einem solchen Nachdruck vor, den man in diesem doch recht zarten Alter noch gar nicht vermutet hätte.

Dabei kamen soziale Aspekte wie bezahlbares Freizeitvergnügen, erweiterte Spielmöglichkeiten für Kinder, Sicherheit bei der Straßenüberquerung sowie Einkaufen vor Ort vor allem für ältere Mitbürger von Schülerseite aus zur Sprache.

Der Limbacher Bürgermeister Thorsten Weber nahm die Anliegen jeder Gruppe sehr ernst und ging auf die Schülerfragen verständlich ein. Er machte allerdings klar, dass finanziell nicht immer jeder Wunsch realisierbar sei und es auch nicht immer im Entscheidungsbereich der Gemeinde liege, was letztlich in die Tat umgesetzt werden könne.

Hilfe, die „Herdmanns“ kamen an die Schule am Schlossplatz in Limbach

Die meisten werden irgendwann schon einmal von den „Herdmanns“ gehört haben, jener chaotischen Familie, welche die US-amerikanische Schriftstellerin Barbara Robinson in ihrem Kinderbuch „Hilfe, die Herdmanns kommen“ 1971 zum Leben erweckte und das seither Generationen von Kindern gelesen haben.
Doch hinter der lustig daherkommenden Geschichte der sechs Herdmann-Sprösslinge steckt eine Botschaft, geht es doch um Nächstenliebe zu Zeiten des herannahenden Weihnachtsfestes.

Während die Herdmanns aus den Büchern bekannt sind, hieß es für die fünften Klassen der Schule am Schlossplatz in Limbach am 26.11.2025 dann wirklich „Hilfe, die Herdmanns kommen!“
Verkörpert von den Theaterschauspielern Anika Pinter und Lukas Ullrich hieß es am Morgen „Bühne frei!“ in der Gymnastikhalle, die mithilfe einer Bühne und entsprechender Beleuchtung schnurstracks zum Theatersaal wurde.
Weit über 60 Fünftklässlerinnen und Fünftklässler nahmen gespannt Platz und erlebten, wie zwei professionelle Schauspieler äußerst gekonnt in der Lage sind, jeweils mehrere Charaktere überzeugend auf die Bühne zu bringen.
Mal gespannt in absoluter Stille, mal mit tosendem Gelächter verlebten die Schülerinnen und Schüler unterhaltsame Stunden.
Mehr noch: Sie erlebten Literatur zum Anfassen, denn als am Ende des Stücks der lang anhaltende Applaus verebbte, konnten die Kinder Fragen an die Darsteller richten. Davon machten sie ohne jede Scheu und mit Begeisterung Gebrauch.
Am Ende war man sich einig: Super, dass die „Herdmanns“ da waren!

Erscheinung
Amtsblatt des GVV Neckargerach-Waldbrunn
NUSSBAUM+
Ausgabe 51/2025
Dieser Inhalt wurde von Nussbaum Medien weder erfasst noch geprüft. Bei Beschwerden oder Anmerkungen wenden Sie sich bitte an den zuvor genannten Erfasser.
Orte
Binau
Neckargerach
Waldbrunn
Zwingenberg
Kategorien
Bildung
Panorama
Schulen