
Der Reisekorb
In früheren Zeiten, als Lebensmittel deutlich teurer waren und deshalb einen höheren Stellenwert besaßen, war der Versand von Obst und Gemüse per Eisenbahn eine alltägliche Praxis. Äpfel, Birnen, Kirschen und Zwetschgen gehörten ebenso dazu wie Kartoffeln, Bohnen und Krautköpfe. Die Ware wurde meist in Weidenkörben verpackt und auf dem Schienenweg versandt. Der Empfänger wurde vorher über die Ankunft der Sendung per Postkarte benachrichtigt.
Für das Dettinger Expressgut war der Bahnhof in Neckarhausen zuständig. Dort wurde die Ware ausgeladen und zur Abholung bereitgestellt. Mit dem Handwagen (Leiterewägele) musste es dort abgeholt werden. Schwere Gegenstände, zum Beispiel Waschmaschinen, wurden in den sechziger Jahren vom Fuhrmann Julius Hofer abgeholt und beim jeweiligen Empfänger angeliefert.
Durch die anhängenden Versandt-Karten an den erhaltenen Korb ist ersichtlich, dass er öfter zwischen Hockenheim und Furtwangen hin und her geschickt wurde. Der Korb hatte einmal der Frau Elsa Thorwarth gehört, sie war die Mutter des katholischen Pfarrers Ziegler.
Karl-Josef Sickler


