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Statistisches, Wissenswertes & Ausblick

Wasserbilanz des Jahres 2024

In den letzten Monaten haben Wassermeister Christoph Lochner und sein Team des Eigenbetriebs Wasserversorgung viel Aufmerksamkeit bekommen.
Wasserversorgung Wildberg
Wasserversorgung im Fokus: Wildberg investiert in ein zukunftssicheres Leitungsnetz und setzt auf nachhaltige Lösungen gegen den Trinkwasserrückgang.Foto: Eigenbetrieb Wasserversorgung

Einmal mehr waren alle Augen im Raum auf Christoph Lochner gerichtet, als er vergangene Woche seinen Bericht im Gemeinderat abgab. Dort sprachen er und Fachbereichsleiter Andreas Bauer über die Herausforderungen in Sachen Wasserversorgung, gingen auf die Statistik in Wildberg ein und zeigten Impressionen von der vielseitigen Tätigkeit der Mitarbeiter.

Zu Beginn der Präsentation ging Andreas Bauer auf den Masterplan Wasserversorgung des Landes ein. Hier zeigt sich im Großen, was Wildberg bereits seit Längerem „im Kleinen“ erkannt hat: Das Trinkwasser wird weniger. Es bedarf einer Bestandsanalyse, der Auswertung der Daten sowie eines Lösungskonzepts mit Risikomanagementmaßnahmen. Landesweit läuft dieser Prozess noch bis Frühjahr 2026. Bis Mitte des Jahres 2027 sollen die Daten der Kommunen beim Land zusammengeführt und ausgewertet werden, ehe sie an den Bund gehen. In der Schäferlaufstadt laufen bereits die ersten Maßnahmen, um dem Problem des immer weniger werdenden Grund- und Trinkwassers zu begegnen. Zum einen werden technische Anlagen in Schuss gehalten und teils erneuert, um sie effizienter zu gestalten. Zum anderen wird nun Schritt für Schritt das Leitungsnetz in Effringen und Schönbronn so angepasst, dass es mit dem restlichen Stadtgebiet verbunden werden kann. Mittelfristig wird dadurch ganz Wildberg mit allen Stadtteilen dasselbe Trinkwasser bekommen. Sollte es zu Ausfällen oder Störungen kommen, kann dadurch flexibler reagiert werden.

Wo fließt das Wasser eigentlich hin? Auch darauf hatte Andreas Bauer die Antwort. Im Durchschnitt wird das meiste Wasser (40 Liter pro Tag und Person) zum Duschen verwendet. Genauso viel fließt durch die Toilette. Für das Waschen der Wäsche benötigt man im Durchschnitt 19 Liter täglich pro Person. Insgesamt braucht jeder im Schnitt 128 Liter Trinkwasser pro Tag. Das zeigt: Die Nutzer haben die ein oder andere Stellschraube, um Wasserspartipps anzuwenden und damit den Verbrauch zu senken. Das beginnt schon beim Abdrehen des Wassers unter der Dusche während dem Einseifen. Tatsächlich sparen die Wildberger bereits. Rund 483.600 Kubikmeter Wasser haben sie im Jahr 2024 abgenommen. Das sind rund 19.600 Kubikmeter weniger als im Vorjahr. Mit 114,34 Litern pro Tag verbrauchen Wildbergs Bürger weniger als der Durchschnitt.

Erfreulich wenig Wasser geht in Wildberg übrigens bei Rohrbrüchen verloren, wie Christoph Lochner berichtete. Allerdings steigt diese Zahl in den letzten Jahren, was deutlich macht, dass zeitnah in das Leitungsnetz investiert werden muss, um die Verluste möglichst gering zu halten. 2023 waren 18 Rohrbrüche zu verzeichnen, 2024 waren es 19 Rohrbrüche. Das Ausmaß unterscheidet sich dabei stark. Insgesamt gingen rund 11.600 Kubikmeter Wasser aufgrund von Rohrbrüchen verloren. Der Wasserverlust auch ohne nachgewiesene Rohrbrüche beträgt rund 33.200 Kubikmeter. Das entspricht 6,87 Prozent, 2023 waren es 5,42 Prozent.

In den Jahren 2024 bis 2026 gibt es vier Investitionsschwerpunkte. Der erste ist der Neubau des Wasserwerks in Gültlingen zusammen mit dem Zweckverband Buchenwasserversorgung. Punkt zwei ist die Neukonzeption der Trinkwasserversorgung in Effringen und Schönbronn, die Anbindung an den Zweckverband Schwarzwaldwasserversorgung und den Neubau des Hochbehälters in Effringen eingeschlossen. Dritter Schwerpunkt ist der Bau einer Druckleitung vom Hochbehälter Bulacher Weg zum Hochbehälter Käpfelberg im Zusammenhang mit der Erschließung des Neubaugebiets „Sonnenrain“. Eine neue Wasserleitung in der Haibe in Gültlingen steht ebenfalls auf der Liste.

Erscheinung
exklusiv online
von Redaktion NUSSBAUM
23.03.2025
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