Am 23. 7. 2025 hat der Gerlinger Gemeinderat nach einer Bürgerbefragung im Frühjahr 2025 sowie Vorberatungen auch durch eine Expertengruppe aus Landwirtschaft und Archäologie mit dem Leiter unseres Stadtarchivs Klaus Herrmann die Benennung der Straßen/Wege nach Getreidearten mit deutlicher Mehrheit beschlossen. Schon seit der Jungsteinzeit vor ca. 7.000 Jahren wurde auf dem Gelände des geplanten Neubaugebiets Getreide angebaut. Daher ist diese Benennung ein Bekenntnis zur bis ins 19. Jahrhundert ausschließlich bäuerlichen Geschichte Gerlingens wie auch zur fortdauernden Bedeutung von Landwirtschaft für unsere Ernährung und die Landschaftspflege. Es ist kein Zufall, dass angesichts der zunehmend industriellen Lebensmittelproduktion gerade alte Getreidesorten wie Dinkel und Emmer von gesundheitsbewussten Bürgern nachgefragt werden.
Mahlstein aus dem Stadtmuseum Gerlingen (v. J. Wöhler)
Die Anregung zu dieser Benennung kam vom Verein für Heimatpflege Gerlingen, dessen Vorstand sich auch aufgrund der aktuellen archäologischen Funde schon im Februar 2022 dafür aussprach. Im Februar 2024 veröffentlichten wir einen Artikel im Gerlinger Anzeiger „Gerlinger Superfood von Steinzeitbauern“ mit Namensvorschlägen wie Dinkel, Einkorn, Emmer, Gerste und Roggen. Diese Vorschläge schickten wir am 27. 2. 2024 an Bürgermeister Dirk Oestringer mit der Bitte, sie in die Überlegungen von Gemeinderat und Stadtverwaltung einzubringen. Auch bei der Bürgerumfrage zur Namensfindung reichten wir wie auch individuell zahlreiche unserer Mitglieder Getreidenamen für die acht zu benennenden Wege ein.
Wir freuen uns, dass unsere Vorschläge von der Expertengruppe weitestgehend übernommen und vom Gemeinderat so beschlossen wurden: Dinkel-, Einkorn-, Emmer-, Gerste-, Hafer-, Hirse-, Roggen- und Weizenweg. Sicher werden die künftigen Bewohner diese Namen zu schätzen wissen, wenn sie auf die unmittelbar benachbarten Felder auf fruchtbaren Lössböden schauen.
Jürgen Wöhler
www.heimatpflegeverein-gerlingen.de