
In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats herrschte Einigkeit über die verkaufsoffenen Sonntage im Jahr 2026. Einstimmig beschloss das Gremium die Termine für das übernächste Jahr, um dem örtlichen Einzelhandel frühzeitige Planungssicherheit zu geben. Die Entscheidung basiert auf dem bewährten Konzept, die Ladenöffnungen mit den zugkräftigen Antik- und Trödelmärkten zu verknüpfen.
Gemäß Paragraph acht des Ladenöffnungsgesetzes dürfen Verkaufsstellen aus Anlass von örtlichen Festen oder Märkten an höchstens drei Sonntagen im Jahr öffnen. Für 2026 wurden folgende Daten festgesetzt:
Sonntag, 17. Mai 2026 (in Verbindung mit dem Antik- und Trödelmarkt)
Sonntag, 04. Oktober 2026 (in Verbindung mit dem Antik- und Trödelmarkt)
Die Stadtverwaltung wies darauf hin, dass die rechtlich geforderten Anhörungen bereits erfolgt sind. Sowohl die evangelische als auch die katholische Kirchengemeinde Bad Wildbad erhoben keine Einwände gegen die Planung. Der Einzelhandelsverband sieht in den Sonntagsöffnungen einen essenziellen Baustein zur Stärkung des stationären Handels. Insbesondere im Wettbewerb mit dem Online-Handel diene die Belebung der Innenstadt der Gewinnung neuer Kundenschichten und der Erzielung wichtiger Zusatzumsätze. Vonseiten der Gewerkschaft ver.di (Bezirksverwaltung Mittelbaden-Nordschwarzwald) ging keine Stellungnahme ein.
Die Verwaltung betonte in ihrer Vorlage, dass sich die Ladenöffnungen räumlich auf den Kernbereich der Innenstadt konzentrieren – vornehmlich auf die König-Karl-Straße und die Fußgängerzone Wilhelmstraße. Der Antik- und Trödelmarkt habe sich über die Jahre, neben dem Sommerberg, als eines der beliebtesten Ausflugsziele der Region etabliert. Bei günstiger Witterung werden regelmäßig zwischen 6.000 und 8.000 Besucher in der Kurstadt gezählt. Da bereits die Erfahrungen der Jahre 2023 bis 2025 zeigten, dass diese Besucherströme unmittelbar zu einer positiven wirtschaftlichen Belebung führen, empfahl die Verwaltung die Fortsetzung dieser Praxis.
Ergänzend zur Satzungsentscheidung gab Timea von Kraus vom Stadtmarketing Einblicke in kommende Aktivitäten. Ein aktuelles Highlight im Veranstaltungskalender stellt die Osterrallye am 4. April dar.
Hierbei kooperiert das Stadtmarketing eng mit dem Handel: Insgesamt 15 Betriebe beteiligen sich mit Gutscheinen an einem Gewinnspiel, um die Attraktivität eines Stadtbummels zu steigern. Mit von der Partie sind: Ayurveda & Naturbilder, Optik Studio Bayer, die Stadtbücherei, der Weltladen, 1000+1 Geschenke, Foxy Bräu, Getränke Tubach, Koktelo, Petite Boutique, Blumen Schober, Café Bechtle, Taschenparadies, Sell4u, die Rossini Seifenmanufaktur und Fillipo.
Ein weiterer neuer Schwerpunkt ist die stärkere Einbindung des Edeka-Parkplatzes. In Abstimmung mit dem Betreiber Fedele wird dieser Bereich als zusätzliche Veranstaltungsfläche erschlossen. So plant der Verein Amsel dort anlässlich seines 30-jährigen Jubiläums eine Tombola, um Spenden für den Umbau eines Fahrzeugs zu sammeln.
Trotz der grundsätzlichen Zustimmung wurden im Gremium auch organisatorische Aspekte diskutiert. Gemeinderätin Rita Locher (FWV) signalisierte Unterstützung für die neuen Konzepte, mahnte jedoch an, die Verkehrsführung genau im Blick zu behalten. Es müsse abgewartet werden, wie die neuen Flächen angenommen werden und wie sich die Logistik in der Praxis bewährt.
Gemeinderat Jochen Borg (CDU) unterstrich die Bedeutung der Flohmärkte für die Stadt, mahnte jedoch eine strikte Verkehrsregelung an. Insbesondere im Bereich des König-Karls-Bads dürfe es zu keinen Blockaden durch parkende Fahrzeuge oder Marktstände kommen. Ein besonderes Anliegen war ihm zudem der Schutz der heimischen Gastronomie: Das Speisenangebot der mobilen Marktstände solle so dosiert werden, dass die Besucher weiterhin den Weg in die lokalen Gaststätten finden, damit der wirtschaftliche Effekt für die ansässigen Wirte erhalten bleibt. (mm)