Einen Einblick in die Weiherer Geschichte gab es bei der Radtour des Heimatvereins Wiesental durch die dortige Heimatvereinsvorsitzende Beate Harder und durch Emil Machauer.
In Weiher bestand ein fürstbischöfliches Jagdhaus, das unter Fürstbischof Christoph von Hutten erbaut wurde. Da es nicht unter Denkmalschutz steht, hat es über die Jahre einige bauliche Veränderungen erfahren. Von der Toreinfahrt ist leider nur ein Torpfosten vorhanden. Jedoch an der Giebelseite befindet sich noch das fürstbischöfliche Wappen, wie es auch an den Jagdhäusern in Kronau, Forst oder Wiesental der Fall ist. Nicht weit davon entfernt steht das 1737 errichtete, gut erhaltene Zehnthaus in schöner Fachbauweise. Hier wurde der Zehnte aller angebauten Feldfrüchte gelagert, die steuerliche Abgabe in damaliger Zeit. In der Ortsmitte, die umfangreiche Sanierungsmaßnahmen erfahren hat, wurde das Glockentürmchen des ehemaligen Rat- und Schulhauses aufgestellt.
Am Pfarrberg konnten durch archäologische Grabungen 1883 und weitere im Jahr 1960 Siedlungsspuren aus karolingischer Zeit nachgewiesen werden. Der Burghügel war von zwei Gräben umgeben. Nachweislich wohnten hier bis 1315 die Herren von Wilre.
Ein weiteres Ziel der Radler war die Wendelinuskapelle im Lußhardtwald aus dem 19. Jahrhundert, über deren Geschichte Emil Machauer berichtete. Der Bau der Kapelle beruhte auf einer mündlichen Überlieferung der wunderbaren Errettung eines Hirten mit seiner Herde während eines schweren Unwetters im Jahr 1760. Die Legende berichtet, dass rund um die Wendelinus-Eiche alle stürzenden Bäume nach außen fielen, so dass Hirt und Herde nicht zu Schaden kamen.
Bei der Rückfahrt durch den Lußhardtwald wurde noch die einige hundert Jahre alte mächtige Trips-Eiche und der künstlich angelegte Löschteich, in dem einige ausgesetzte Kois schwammen, besucht. Der gemütliche Abschluss fand in einem Wiesentaler Clubhaus statt.
HPH

