Ein bisschen mehr Friede und weniger Streit,
ein bisschen mehr Güte und weniger Neid,
ein bisschen mehr Liebe und weniger Hass,
ein bisschen mehr Wahrheit – das wäre doch was!
Statt so viel Unrast ein bisschen mehr Ruh‘,
statt immer nur Ich ein bisschen mehr Du,
statt Angst und Hemmung ein bisschen mehr Mut
und Kraft zum Handeln – das wäre gut!
Kein Trübsal und Dunkel, ein bisschen mehr Licht,
kein quälend Verlangen, ein bisschen Verzicht,
und viel mehr Blumen, solange es geht,
nicht erst auf Gräbern – da blüh’n sie zu spät!
(Peter Rosegger)
Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,
gerade die bevorstehenden Feiertage und die „Zeit zwischen den Jahren“ gibt uns Gelegenheit und die Ruhe, die Gedanken von Peter Rosegger auf uns wirken zu lassen. Beim Blick in die Gesellschaft kann man schon hin und wieder den Eindruck gewinnen, dass der Umgang miteinander zuweilen schwieriger und manchmal unfreundlicher wird. Jeder hat unzählige Aufgaben zu erledigen, ist im Stress und muss viele Dinge oft gleichzeitig erledigen. Da kann es schon helfen, wenn wir kurz innehalten, durchatmen und uns auf die Botschaft dieses Gedichtes besinnen. Wenn wir alle ein klein wenig von dem beherzigen, was uns das Gedicht sagen will, werden wir feststellen, dass unser Zusammenleben gleich ein klein wenig leichter und angenehmer wird.
Im zu Ende gehenden Jahr konnten wir in einem guten Miteinander wieder zahlreiche wichtige Projekte anstoßen und auf den Weg bringen:
Die neue Heizzentrale für das Schulareal steht kurz vor der Fertigstellung und ersetzt die völlig veraltete Ölheizung auf dem Gelände. Auch künftig werden die Grundschule, das ehemalige Hauptschulgebäude, die Schulturnhalle sowie der Kindergarten zentral beheizt. Doch statt mit über 70.000 Litern Heizöl erzeugen wir die Wärme künftig mit umweltfreundlichen Holzhackschnitzeln und sparen über 30.000 Euro Heizkosten jährlich. Für das Projekt rechnen wir mit Zuschüssen in Höhe von über 950.000 Euro.
Die Unterbringung der Feuerwehr am bisherigen Standort genügt zwischenzeitlich nicht mehr den aktuellen Anforderungen. Bei einer Begehung des aktuellen Feuerwehrgebäudes durch die Unfallkasse Baden-Württemberg (UKBW) wurde im Ergebnis festgestellt, dass das Feuerwehrhaus in Wiesensteig nicht mehr den sicherheitstechnischen Anforderungen entspricht. Die UKBW kommt in ihrem Prüfungsbericht zu dem Ergebnis: „… Es muss dringend in einen Planungsprozess für ein neues Feuerwehrhaus eingestiegen werden …“ (Zitat).
Nicht zuletzt aus diesem Grund haben wir begonnen, uns Gedanken über eine neue Rettungswache zu machen. Es ist vorgesehen, neben der Feuerwehr auch die Bergwacht mit unterzubringen. Der Gemeinderat hat eine Planung beauftragt, um die Grundlagen für die Stellung von Zuschussanträgen zu schaffen. Die Antragstellungen werden zu Beginn des neuen Jahres erfolgen. Wenn die entsprechenden Entscheidungen über die Zuschüsse vorliegen, wird sich der Gemeinderat intensiv mit der finanziellen Realisierbarkeit beschäftigen.
Als weitere wichtige Maßnahme hat der Gemeinderat die Planungen für die nächsten Abschnitte zum naturnahen Umbau der Fils sowie weitere Maßnahmen zum Hochwasserschutz beauftragt. Der Planungsumfang wurde dabei in der Sitzung im November 2025 auf dringende Empfehlung des Planers noch einmal deutlich erweitert. Der Zeitplan sieht vor, dass im nächsten Jahr die entsprechenden Förderanträge gestellt sowie die Genehmigungen beantragt werden und im Jahr 2027 die bauliche Umsetzung erfolgt.
Ein Meilenstein in der Stadtentwicklung ist der Antrag auf Aufnahme in das Landessanierungsprogramm des Landes, den wir im Herbst 2025 gestellt haben. Bei einer positiven Entscheidung über den Antrag können über einen mehrjährigen Zeitraum sowohl private Sanierungsmaßnahmen im Stadtkern als auch dringende Sanierungsmaßnahmen städtischer Gebäude mit finanzieller Unterstützung des Landes umgesetzt werden. Oberste Priorität hat als städtisches Vorhaben dabei die dringende Renovierung unseres Residenzschlosses. Dabei soll sowohl das Gebäude saniert als auch die Technik auf den aktuellen Stand gebracht werden. Damit erreichen wir, dass unser einzigartiges Residenzschloss mit seinem wunderschönen Residenzsaal, als Ort, in dem eine Vielzahl von unterschiedlichsten Veranstaltungen stattfinden, wieder in neuem Glanz erstrahlen kann.
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
an ganz vielen Stellen in Wiesensteig gibt es eine unglaublich große Einsatz- und Hilfsbereitschaft und großes ehrenamtliches Engagement. Deshalb möchte ich ausdrücklich allen danken, die sich im vergangenen Jahr wiederum für ein liebens- und lebenswertes Miteinander in Wiesensteig eingesetzt haben. Für diese gelebte Solidarität bin ich zutiefst dankbar.
Allen Engagierten in Vereinen, den Kirchen, der Feuerwehr und den sonstigen Organisationen, Institutionen und Arbeitskreisen, allen städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und allen Bediensteten des Gemeindeverwaltungsverbandes „Oberes Filstal“ sowie den Mitgliedern des Gemeinderats gilt mein herzlicher Dank.
Nur wenn wir uns gemeinsam, jeder an seiner Stelle und mit seinen Fähigkeiten einsetzen, werden wir es schaffen, unser Städtle als liebenswerte Heimat zu erhalten und in einem guten Miteinander weiterzuentwickeln.
Ich wünsche Ihnen allen ein gesegnetes Weihnachtsfest, erholsame Feiertage und ein glückliches, gesundes und erfolgreiches Jahr 2026.
Ihr
Gebhard Tritschler
Bürgermeister