Der jährliche UNESCO-Welttag des Buches am 23. April wird als Aktionstag für das Lesen, für Bücher, Autorinnen und Autoren sowie letztlich für den Zugang zu Bildung und damit geistiger Freiheit gefeiert. Rund um diesen Tag und in den Wochen danach findet die bundesweite Aktion „Ich schenk dir eine Geschichte“ statt.
Zahlreiche Buchhandlungen in ganz Deutschland verschenken dabei rund 1,1 Millionen Bücher an Viert- und Fünftklässlerinnen und -klässler sowie an Kinder aus Förder- und Willkommensklassen. Hintergrund ist eine katalanische Tradition: In der nordostspanischen Region werden zu diesem Lese-Gedenktag Bücher an die Liebsten verschenkt.
Für die über 150 Fünftklässlerinnen und Fünftklässler der Theodor-Heuss-Realschule engagiert sich die Buchhandlung von Geneviève Gansler in der Hockenheimer Rathausstraße. Sie hatte alle fünften Klassen von der 5a bis zur 5f in ihre Buchhandlung eingeladen, um die Welt der Bücher kennenzulernen, ein besonderes Geschenk zu überreichen und natürlich auch Fragen der Heuss-Schülerinnen und -Schüler zu beantworten.
So ist das meistverkaufte Buch beispielsweise immer noch die Bibel - und nicht „Harry Potter“. Und nein: Auch eine Buchhändlerin kann nicht alle Bücher im Sortiment gelesen haben, auch wenn es viele sind. Zudem gibt es längst nicht nur im Jugendbereich immer mehr Bücher, die auch Bilder enthalten: Mangas, Comicromane oder Graphic Novels finden großen Zuspruch. Mit Tipps rund ums Lesen und zum Finden des eigenen Genres entwickelte sich ein anregendes Gespräch mit den interessierten Kindern, bevor es zur Übergabe des Geschenkbuchs kam.
Der diesjährige Comicroman „Der fliegende Klassenscooter“ vom Autorenduo Andreas Hüging und Angelika Niestrath sowie Illustrator Timo Grubing handelt von den besten Freunden Lisa, Orhan und Dennis. Was sie eint, ist ihre Abneigung gegen alle naturwissenschaftlichen Fächer - sie halten sich für echte „NaWi-Nieten“.
Dann bekommen sie eine ungewöhnliche Hausaufgabe: Sie sollen etwas Nützliches für die Zukunft erfinden. Erstaunlicherweise macht ihnen das großen Spaß. Kurz darauf brechen sie zu einem Ausflug ins örtliche Zukunftsmuseum auf und reisen aus Versehen ins Jahr 2176. Dort begegnet ihnen eine ihrer Erfindungen. Sind sie also doch keine „NaWi-Nieten“?
„Ich schenk dir eine Geschichte“ ist eine gemeinsame Aktion von Buchhandel, Stiftung Lesen, Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins, Deutsche Post AG und DHL, cbj Verlag und ZDF. Ziel der Initiative ist es, Kinder jedes Jahr mit Geschichten, die ihre Interessen aufgreifen, für das Lesen zu begeistern. Damit die Aktion auch in Klassen mit unterschiedlichen Leseniveaus gelingt, wurde ein Comicroman entwickelt.
Auf Basis der Lektüre kann auch im Deutschunterricht an der Theodor-Heuss-Realschule Hockenheim kreativ weitergedacht werden: Welche Zukunftserfindungen können sich die Kinder vorstellen? Was soll eine solche Erfindung können oder bewirken? Und was muss man als Erfinderin oder Erfinder eigentlich können und berücksichtigen? Neben dem Lesen werden im Unterricht also auch Kreativität und Reflexion gefragt sein. (pm/red)

