Bildung ist ein Menschenrecht und für ein selbstbestimmtes Leben und gesellschaftliche Teilhabe in jeder Lebensphase unabdingbar. Bildung gehört zu einem gelingenden Leben, auch im Alter, das längst nicht mehr nur als Auslaufphase eines tätigen Lebens begriffen wird. Entsprechend greift die Heinrich-Vetter-Stiftung diese Phase als Gestaltungsaufgabe im Rahmen ihrer Satzung auf. Um allen älteren Erwachsenen die Teilnahme zu ermöglichen, werden immer wieder Vorträge, Konzerte oder Museumsbesuche niederschwellig angeboten.
Zuletzt wurde sich mit dem „Jugendstil“ befasst. Um das Thema anschaulich abzuschließen, machten sich Seniorinnen und Senioren aus Ilvesheim auf den Weg nach Darmstadt, um die Mathildenhöhe zu besuchen. In zwei Gruppen wurden dort Führungen rund um das UNESCO-Welterbe durchgeführt. „Eine Stadt müssen wir erbauen, eine ganze Stadt.“ Diese Worte des Architekten Joseph Maria Olbrich sind in die Geschichte eingegangen. Das Darmstädter Ensemble ist architektonisch und künstlerisch wegweisend und markiert einen Wendepunkt in Architektur und Kunst an der Schwelle zum 20. Jahrhundert. Der Rundgang über die Mathildenhöhe erzählte die Geschichte des Gesamtensembles mit Atelierhaus, Ausstellungsgebäude, Künstlerhäusern und Parkanlage. Danach blieb ausreichend Zeit, um eigene Schwerpunkte zu bilden und etwa den Hochzeitsturm zu erklimmen. Mit vielfältigen Eindrücken kehrten die bildungshungrigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach Ilvesheim zurück.
Für das „Winterhalbjahr“ sind weitere Themen in Planung, so die Auseinandersetzung mit der Frage, wie sich im Deutschland der 1920er Jahre Rechtsextremismus festsetzen konnte, dessen Fortschreibung letztendlich in den Zweiten Weltkrieg führte. Tk. BILD: TKD