Höret, höret, ihr ehrbaren Leut von nah und fern!
So kündet man alljährlich (Samstag, 11.04.2026) zur rechten Stunde das gar prächtige Schlossfest im altehrwürdigen Rathause zu Möhringen an, auf dass Frohsinn, Speis und Trank in reichem Maße die Herzen erfreuen mögen. Wenn die Schatten länger werden (17.00 Uhr) und der Abend sein dunkles Gewand über das Städtle legt, versammelt sich das Volk in Erwartung eines Ereignisses von Rang und Namen.
Der hochgeschätzte Obervogt selbst tritt hervor, geschniegelt und gestriegelt wie ein Pfau im Maien, und ruft mit gewichtiger Stimme die wackeren Nachtwächter aus, auf dass sie fortan wieder ihre Runden ziehen, auf Gassen und Wegen Recht und Ordnung zu hüten – und alldieweil manch finstere Gestalt im Auge zu behalten, die mehr Schatten als Anstand besitzt.
Doch soll bei all dem Ernst der Pflicht kein Magen knurren und keine Kehle darben! Denn der wohllöbliche Fremdenverkehrsverein zu Möhringen sorgt mit großem Eifer dafür, dass allerlei Köstlichkeiten feilgeboten werden: Krüge gefüllt mit edlem Gerstensaft und manch starkem Trunke, dazu Speisen, die selbst den hungrigsten Knecht besänftigen und den wohlbeleibten Ratsherrn zu weiterem Zugreifen verleiten.
Und alldieweil die Sinne gestärkt sind, treten die fahrenden Barden auf, deren Lieder durch Mark und Bein gehen: Sie singen von tapferen Recken, holden Maiden, von Liebe, List und manch gar wundersamer Begebenheit – und nicht selten auch von Dingen, bei denen selbst der Pfarrer verschmitzt zur Seite blicket.
So kommet denn herbei, ihr guten Leut, ob jung oder alt, ob mit leichtem Beutel oder schwerem Wams – und seid Teil dieses gar fröhlichen Treibens! Lachet, schmauset, trinket und staunet, bis die Sterne hoch am Himmel stehen und selbst der letzte Krug geleert ist.
Denn zu Möhringen, im ehrwürdigen Rathause, werden alte Zeiten nicht nur erinnert – sie kehren lebendig unter die Leut zurück!