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„Wer an die Macht der Kapitalmärkte glaubt, irrt“

Journalist Andreas Hoffmann entlarvt in seinem Buch „Die erfundene Bedrohung“ Mythen um die gesetzliche Rente Es gibt wenige sozialpolitische...

Journalist Andreas Hoffmann entlarvt in seinem Buch „Die erfundene Bedrohung“ Mythen um die gesetzliche Rente

Es gibt wenige sozialpolitische Diskussionen, die so komplex und voller politischer Brisanz sind, wie die über die Zukunftsfähigkeit des deutschen Rentensystems.

Die häufig sehr emotionsgeladenen Debatten um die Zukunft der gesetzlichen Rente berühren viele Grundsatzfragen zu Solidarität und Gerechtigkeit. Die Geldsummen, die in der Rentenversicherung und auch im Bundeshaushalt dazu bewegt werden, sind enorm. Zudem sind Debatten von Fachbegriffen, Zahlen und Mechanismen geprägt, die sie für Laien unverständlich machen.

Ein Faktor, der diese Diskussionen ständig verschärft, ist der scheinbar stärker werdende demografische Druck. Deutschland hat eine der ältesten Bevölkerungen weltweit und immer mehr Seniorinnen und Senioren sind auf dem Arbeitsmarkt sehr aktiv. Das bewährte Umlageverfahren gerät also nur scheinbar unter Druck, wenn weniger Beitragszahlerinnen und -zahler einer steigenden Zahl von Rentnerinnen und Rentnern gegenüberstehen.

Gängige Mythen

Der Journalist Andreas Hoffmann stellt in seinem aktuellen Buch „Die erfundene Bedrohung“ die weit verbreitete Angst vor dem demografischen Wandel grundsätzlich in Frage und entlarvt dabei gängige Mythen rund um die gesetzliche Rente in Deutschland. Ein demografischer Kollaps und ein damit einhergehender Zusammenbruch des deutschen Rentensystems werden immer wieder vorausgesagt.

Hoffmann sagt: „Wir alle, und vor allem die Medien, halten solche Prognosen für die Zehn Gebote, doch das sind sie nicht.“ Der vielfach beschworene Kollaps ist seit der Gründung der Deutschen Rentenversicherung im Jahr 1891 noch nie eingetreten.

Angst als Strategie

Hoffmanns These: Die Angst, die mit solchen Untergangsszenarien verbunden ist, hilft politischen Entscheidungsträgern und wirtschaftlichen Interessengruppen, soziale Sicherungssysteme systematisch auszuhöhlen sowie Leistungen zu kürzen. Der studierte Volkswirt ist nach jahrelangen Recherchen davon überzeugt, dass es nichts Sichereres als die gesetzliche Rente gibt. Der Wohlstand der deutschen Gesellschaft hängt nicht vom zahlenmäßigen Verhältnis von Jüngeren zu Älteren ab, sondern vom technologischen Fortschritt, der Produktivität, von Bildung und Qualifikation sowie vor allem von einer gerechten Verteilung von Arbeit, Einkommen und Vermögen. Hoffmann warnt vor Rentenreformen, die komplett auf Privatvorsorge und Leistungsabbau setzen. Die Bundespolitik muss vielmehr mit politisch klugen Entscheidungen für stabile Renten sorgen.

„Wer an die Macht der Kapitalmärkte glaubt, etwa dass die Börsen aus mickrigen Beiträgen hohe Renten zaubern, irrt sich. Die Realität der privaten Altersvorsorge der letzten Jahrzehnte war enttäuschend, Riester-, Rürup-Rente und Pflege-Bahr waren Flops. Sie konnten ihre hohen Versprechen nicht einlösen“, so Hoffmann.

Österreich vorbildlich

Er verdeutlicht auch an Beispielen, wie es andere Länder geschafft haben, ihre Rentensysteme zu stärken. Beispielsweise hat Österreich mit einem stärkeren Umlagesystem und einem geringeren Fokus auf private Vorsorge die gesetzliche Rente ausgebaut.

Dass im Nachbarland alle Bevölkerungsgruppen – nämlich auch Beamtinnen und Beamte sowie Selbständige – ins gleiche System einzahlen, hält Hoffmann für klug: „Das österreichische Rentensystem ist besser, weil die Ruheständler dort durchschnittlich höhere Renten haben als in Deutschland. Das System ist allerdings auch teurer. Gute Rente kostet halt, und diese politische Entscheidung haben die Österreicher getroffen.“ Julia Frediani

(Quelle: VdK-Zeitung)

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